Wie eine echte Kommissarin TV-Krimis erlebt

In Fernsehserien haben Ermittlerinnen oft eine Macke. Verena Schuster, Kriminaloberkommissarin aus München, beschwert sich.

Haben Sie sich schon mal gefragt, wie es ist, als Ermittler Krimis zu sehen? Oder noch besser: als Ermittlerin? Wenn Sie hin und wieder fernsehen, ist Ihnen das Phänomen vielleicht schon aufgefallen: Überall trifft man auf Ermittlerinnen, ob CIA, BKA oder dänische Kriminalpolizei, die neben ihrem Dienstausweis eine veritable psychische Störung mit sich herumtragen.

Nehmen wir Carrie Mathison aus Homeland oder Sarah Lund und Saga Norén aus den skandinavischen Serien Kommissarin Lund und Die Brücke. Die eine vergisst während einer Ermittlung schlicht, dass sie ein Kind hat, und wenn es so frech ist anzurufen, drückt sie es weg, die andere braucht immer einen Gefühlsdolmetscher, der ihr souffliert, was zwischen den Tönen gesagt wurde. Ihr Unterhemd wechselt sie ausschließlich im Großraumbüro. Selbst der Tatort hat nun eine empathiegestörte BKA-Ermittlerin, die so beiläufig anregt, Sex zu haben, wie zum Kaffeeautomaten zu gehen.

Mich nervt das. Ich würde gern mal eine Ermittlerin sehen, die so inkohärent ist wie echte Frauen (und Männer): eine, die analytisch ermittelt, mitfühlend befragt, ungern in Oberschenkel schießt, knallhart in U-Haft nimmt und abends liebevoll Kinder ins Bett bringt – ohne schizophren zu sein.

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