»Mir war bewusst, dass die mir im Zweifel den Kopf abgeschnitten hätten«

Die Journalistin Janina Findeisen wurde hochschwanger von Terroristen in Syrien als Geisel genommen. 2016 kam sie frei. Hier spricht sie über die Monate der Gefangenschaft, in denen sie ihren Sohn zur Welt brachte – und zwischen Todesangst und Hoffnung schwankte.

Blickte Janina Findeisen nachts aus dem Fenster, sah sie den Himmel oft erleuchtet – das Licht von Bombenexplosionen im syrischen Bürgerkrieg. Auf ihrem Pullover steht die Ode eines Dichters an seine Heimat Palästina.

SZ-Magazin: Sie sind nun seit zweieinhalb Jahren zurück in Deutschland. Wie oft denken Sie noch an Ihre Entführung?
Janina Findeisen: Jeden Tag, das wird wahrscheinlich immer so bleiben. Es ist so ein Grundrauschen, da sie mich ja auch verändert hat. Ich denke nicht mit Groll an diese Zeit, auch wenn es zum Teil schrecklich war. Als ich dort war, habe ich immer gehofft zurückzukommen: Wenn ich nur zurückkomme, wird alles wieder gut. So leicht war es dann nicht. Aber ich habe es geschafft. Ich habe eine zweite Chance bekommen, die ja auch nicht alle bekommen haben, die dort entführt worden sind.

Haben Sie sich Hilfe genommen?
Ja, ich habe eine sehr gute Therapeutin, zu der »Reporter ohne Grenzen« den Kontakt hergestellt hat. Sie ist mit Syrien vertraut. Den eigentlichen therapeutischen Effekt hatte aber das Buch, das ich über meine Zeit in der Geiselhaft geschrieben habe. Endlich war ich nicht mehr hilflos, viel mehr noch: Ich habe durch das Schreiben neue Stärke gefunden.

Warum sind Sie im Oktober 2015 in das Bürgerkriegsland Syrien gereist?
Ich habe an einem Dokumentarfilm gearbeitet. Ich arbeitete mit einer ausführenden Produktionsfirma zusammen. Der WDR, der NDR, der BR und die Film- und Medienstiftung NRW hatten bereits eine Finanzierung zugesagt. Der Arbeitstitel war Paradiesvogel, und es ging um meine Schulfreundin, die anders heißt, aber die ich an dieser Stelle nur Laura nennen möchte. Laura hat sich vor etwa zehn Jahren dem Dschihad verschrieben und lebt seit einigen Jahren mit ihren drei Kindern in Syrien.

Warum nennen Sie nicht den echten Namen Ihrer ehemaligen Schulfreundin? Der Name ist in Expertenkreisen bekannt. Warum schützen Sie eine Dschihadistin?
Ich schütze nicht sie, sondern vor allem ihre Kinder und ihre Familie in Deutschland. Es sollte ein Dokumentarfilm werden abseits der Klischees über diese Szene. Da gibt es ja entweder die Propagandawelten, die von Islamisten erschaffen werden, oder die Terror-Stereotypen, die von vielen Medien bedient werden. Ich dachte, ich könnte die Geschichte von ihrem Weg anders erzählen, weniger schablonenartig. Laura und ich hatten früher ein sehr gutes Verhältnis, wir kennen uns schon seit der ersten Klasse. Deswegen habe ich gehofft, dass sie mir mehr und ehrlicher von dieser Welt erzählt, darüber, was sie seit ihrer Ausreise 2009 erlebt hat. Sie sollte zu Wort kommen – aber eben nicht nur mit ihren Statements aus Propagandavideos, in denen sie aufgetreten ist.

Ihre ehemalige Schulkameradin ist, wenn man so will, in die erste Reihe der deutschen Dschihadisten vorgestoßen.
Ich erinnere mich gut daran, wie ich das erste Video von ihr gesehen habe. Sie saß vollverschleiert auf einem Stuhl, hatte einen Pistolengurt um und rief zum Dschihad auf. Sie war damit die erste Frau, die in einem deutschsprachigen Propagandavideo auftrat.

Wie haben Sie diese Reise geplant?
Ursprünglich war die Reise von ihrer Mutter geplant. Sie hatte ihre Tochter viele Jahre lang nicht gesehen, sie wollte ihre Enkelkinder sehen – und wahrscheinlich wollte sie Laura samt Kindern zurückholen nach Deutschland. Ich habe davon erfahren, ich war ja mit Laura und ihrer Mutter in Kontakt, und habe beschlossen, sie zu begleiten. Aus heutiger Sicht mag das seltsam klingen. Damals schien es mir machbar. Ich wollte reingehen, sie interviewen und wieder raus. Ich hatte ja auch eine Sicherheitsgarantie.

Eine Sicherheitsgarantie?
Von Laura und ihrer Gruppe.

Wussten Sie, welche Gruppe das war?
Nicht wirklich. Sie hatte angedeutet, dass es eine Verbindung zur Nusra-Front gab, mehr nicht.

Die Al-Nusra-Front gehörte lange Zeit zu Al-Qaida. Wie sah die Sicherheitsgarantie aus?
Das war eine E-Mail. Laura hat mir geschrieben, dass mir nichts angetan wird und ich bestens behandelt werde. Ich könnte einreisen und auch sicher wieder ausreisen. Es war natürlich ein großer Fehler, dass ich dieser Sicherheitsgarantie vertraut habe, der wohl niemand anderes vertraut hätte.

Sie waren im siebten Monat schwanger. Verstehen Sie Menschen, die sagen: Wie konnte Janina Findeisen das tun?
Klar. Zu diesen Menschen gehöre ich mittlerweile auch. Aber damals war das anders. Ich habe Druck gespürt – gerade wegen der Schwangerschaft. Ich wollte diese Geschichte noch erzählen, bevor ich erst einige Monate nach der Geburt wieder arbeiten kann. Dass ich in diesem Moment den größten Fehler meines Lebens mache, war mir nicht bewusst.

Zwei Ehemänner Ihrer Kindheitsfreundin waren zuvor in Gefechten gestorben. Einer von ihnen war ein bekannter deutscher Dschihadist gewesen, die USA hatten ihn gesucht. Ihre Freundin hat mit zum Krieg gegen Ungläubige aufgerufen – also auch gegen Sie. Hatten Sie noch das Gefühl, Sie seien befreundet?
Als ich nach Syrien fuhr, hatte ich nicht mehr das Gefühl, dass sie eine Freundin war wie damals, als wir 13 Jahre gemeinsam zur Schule gegangen sind. Es war klar, dass wir in Welten leben, die wenige bis gar keine Überschneidungen haben. Unser Verhältnis war dann auch von Misstrauen geprägt – sie hatte Angst, von mir verraten zu werden, und ich hatte Angst, von ihr verraten zu werden. Trotzdem war sie für mich ein Angelpunkt und der Garant für meine Sicherheit. Ich dachte, dass das zwischen uns etwas ganz Besonderes ist.

Hätte Sie nicht jemand stoppen müssen?
Definitiv. Es hätte auch viele Möglichkeiten gegeben, das zu tun. Am Ende war es aber meine Entscheidung. Und mein Fehler.

Wer wusste, dass Sie schwanger nach Syrien reisen wollten?
Die Produktionsfirma, mit der ich gearbeitet habe. Die hat eine Krankenversicherung für mich abgeschlossen, für die Zeit, in der ich hätte in Syrien sein sollen.

Auf Anfrage des SZ-Magazins hat die Produktionsfirma bestritten, von Ihrer Syrien-Reise gewusst zu haben. Geplant gewesen sei lediglich eine Reise in die Türkei.
Die Produktionsfirma hat aber eine Versicherung für mich abgeschlossen. Auf dem Dokument steht »War risk and terrorism coverage« und das einzige Land, für das die Versicherung gültig ist: »Syrian Arab Republic«.

Waren Sie davor schon mal in einem Kriegsgebiet gewesen?
Nein, nur einmal an der Grenze zwischen Pakistan und Afghanistan. Ich war naiv.

Sie sagten, dass der WDR, der NDR, der BR und die Medienstiftung NRW den Film finanzieren wollten. Wussten diese Häuser von Ihren Reiseplänen?
Nein, nach meinen Informationen nicht. BR, NDR und die Stiftung waren in den Film nicht wirklich involviert, die haben nur die Finanzierung zugesagt. Für die Produktionsfirma war der WDR der Ansprechpartner. Soweit ich weiß, wusste der Sender nichts von der Reise.

Wie hat Ihr privates Umfeld auf Ihre Reisepläne reagiert?
Es wusste fast niemand außer dem Vater meines Kindes, der auch der Co-Regisseur des Films sein sollte.

Das SZ-Magazin hat mit ihm gesprochen. Er sagt, er habe versucht, Sie aufzuhalten.
Leider nicht entschieden genug. Er hat mich bis Antakya begleitet, vierzig Kilometer von der syrischen Grenze entfernt.

Sie hatten eine Sicherheitszusage Ihrer Schulfreundin. Welche Sicherheitsmaßnahmen haben Sie noch ergriffen?
Ich hatte mit dem Vater meines Kindes vereinbart, dass ich mich innerhalb bestimmter Zeitfenster melde. Ich habe ihm dann eine Nachricht schicken lassen, dass es mir gut geht. Mehr Sicherheitsvorkehrungen gab es leider nicht, auch wenn das im Nachhinein notwendig gewesen wäre. Ich habe kein Handy und keinen GPS-Tracker mitgenommen, der mich dann hätte lokalisieren können. Es war ja unklar, ob ich mich selbst in Gefahr bringe, wenn ich damit hochrangige Dschihadisten treffe. Wenn du neben einem Islamisten sitzt, lieferst du ja die Koordinaten für einen Drohnenangriff – und das Ziel ist dann womöglich jemandem wichtiger als dein Leben.

Wie kamen Sie schließlich ins Kriegsgebiet?
Das hat alles Laura organisiert. Ich bin mit ihrer Mutter in die Türkei geflogen, und in Antakya sollten wir einen Schleuser treffen, den uns Laura vermittelt hatte.

Die Mutter Ihrer Freundin kam dann aber doch nicht mit?
Genau, es gab damals in Syrien erste Bombardierungen durch die Russen, da wurde ihr das Ganze zu gefährlich. Sie hat mir eine Tasche mit Sachen für Laura und ihre Kinder gegeben – Spielsachen, ein Tablet, Kindershampoo und Süßigkeiten, also Haribo halal und Raffaellos, die Laura sich gewünscht hatte – und ist dann nach Deutschland zurückge­flogen.

Und Sie?
Ich habe mich in Antakya von dem Vater meines Kindes verabschiedet und an einem vereinbarten Ort den Schleuser getroffen. Er hieß Waleed und war Syrer. In der Wohnung seines Schwagers musste ich drei Tage lang warten. Dann sind wir abends aufgebrochen und mit dem Auto eine halbe, Dreiviertelstunde in Richtung Grenze gefahren. Ich hatte einen Niqab angezogen, ich war also vollverschleiert, nur meine Augen hat man noch gesehen. Offiziell war meine Geschichte, dass ich die Ehefrau des Schleusers sei. Wir haben gehofft, dass ich als Frau nicht kontrolliert werde, aus einer Art von Respekt werden die Frauen oft außen vor gelassen. Ungefähr zwanzig Minuten vor der Grenze sind wir ausgestiegen. Zu Fuß ging es weiter, durch Olivenfelder. Dann sind wir noch mal so eine halbe Stunde gelaufen, bis wir zur Grenze kamen. Zu dieser Zeit war noch reger Grenzverkehr in beide Richtungen, es gab auch viele Pendler.

Wie sah die syrisch-türkische Grenze zu der Zeit aus?
An manchen Stellen war ein Zaun, aber nicht überall. Manchmal waren es einfach gestapelte Sandsäcke, und es gab auch Gräben auf beiden Seiten. Aber eben keine unüberwindbare, meterhohe Mauer mit Flutscheinwerfern. Die Stelle, wo wir rüber sind, war wie eine Schneise, da sind alle über den Grenzzaun gegangen. Dort standen ein paar Grenztürme, in denen türkische Soldaten waren.

Haben Sie Schmiergeld gezahlt?
Ja. Aber keine großen Beträge. Das läuft so: Eine Gruppe legt zusammen, dann hat man eine Art Zeitfenster, vielleicht 15 Minuten, in dem der Grenzbeamte wegschaut. Nachdem wir über den Zaun gestiegen waren, liefen wir eine Viertelstunde weiter, bis wir zu einem Parkplatz kamen. Da war auch ein Camp, wo Tee und Süßigkeiten verkauft wurden, wo man Geld wechseln konnte und wo etliche Taxis warteten. Mit einem der Taxis sind wir noch mal ein paar Stunden durch die Nacht gefahren. Gegen fünf Uhr früh kamen wir in eine kleine Stadt, auf dem Straßenschild stand »Al-Dana«. Dort hat uns der Schleuser in ein Safe House gebracht, ein mehrstöckiges Haus aus Beton.

Hatten Sie in dieser Nacht Angst? Sie hatten sich nun ganz in die Hände von Terroristen begeben.
Natürlich hatte ich Angst. Aber im Grunde genommen lief es bis dahin ja problemlos. Erst später realisierte ich: Oh mein Gott, ich bin jetzt hier in Syrien. Am nächsten Tag kam Laura, und ich fühlte mich relativ sicher.

Wie war es, Ihre Freundin nach fast zehn Jahren zum ersten Mal wiederzusehen?
Sehr beeindruckend. Allein schon, dass dieses Treffen stattfand, hat mich regelrecht euphorisch werden lassen.

Kam sie allein?
Nein, sie hatte jemanden dabei, der sie gefahren hat, und ihre drei Kinder.

Wie viele Tage sind Sie geblieben?
Ich war acht Tage dort.

Warum so lange? Sie hätten auch sagen können: Fünf Stunden Interview und dann wieder raus.
Ich wollte sicher sein, dass ich für alle Filmaufnahmen genug Zeit habe. Ich wollte ja nicht nur Laura interviewen, sondern auch einen Kommandeur ihrer Gruppe. Laura und ich haben fast jede Minute miteinander verbracht, auch mit ihren Kindern. Die meiste Zeit waren wir drinnen und haben Dinge gemacht, die man so in syrischen Wohnungen macht. Gekocht, gegessen, mit den Kindern gespielt, Videos angeschaut. Und mit den Kindern haben wir Sendung mit der Maus geguckt oder Löwenzahn. Außerdem habe ich ein Interview mit ihr geführt, und natürlich haben wir sehr viel geredet. Über ihr Leben, über mein Leben. Wir haben beide geschaut, ob es sich zwischen uns noch so anfühlt wie früher, oder ganz anders.

Und?
Wechselhaft.

Ist Ihre ehemalige Schulfreundin eine Fanatikerin?
Selbstverständlich. Sie lebt seit zehn Jahren mit ihren Kindern im Kriegsgebiet und ist nicht bereit, nach Deutschland zurückzukommen. Hier würden sie natürlich strafrechtliche Konsequenzen erwarten, sie ist ja kein unbeschriebenes Blatt. Aber dafür hätten ihre Kinder ein sicheres Leben. Sie als Mutter verhindert das.

Wie steht sie zum Töten für ihre Ideologie?
Sie nimmt das in Kauf. Sie hat ihr Leben dieser Ideologie verschrieben, sie hat ihr alles geopfert, was sie in Deutschland ge­habt hatte. Die Gewalt hat sie schon durch ihren Lebensweg legitimiert, pazifistische Dschihadisten gibt es nicht. Obwohl es natürlich einen Unterschied ausmacht, ob die Gruppe, der man angehört, tötet – oder ob man selbst an Tötungen beteiligt ist.

Hat sie selbst getötet?
Ich habe sie natürlich gefragt. Sie hat das immer verneint. Auch dass sie involviert war in die Planung von Angriffen.

Haben Sie sie gefragt, ob sie sich in die Luft sprengen würde, wie es zum Beispiel ­Dschihadistinnen aus dem Kaukasus taten, nachdem ihre Männer getötet worden waren?
Ja, weil mich schon interessiert hat, wie weit sie gehen würde für ihre Ideologie. Sie hat gesagt, dass sie Kinder hat, um die sie sich kümmern muss, und dass sie das nicht machen würde. Das hat mich sehr erleichtert. Es wurde dadurch klar, dass es bei ihr Grenzen gibt.

Welchen Eindruck hatten Sie von den Kindern?
Sie waren putzmunter und gesund, alle drei sprachen Deutsch. Lauras Tochter – sie ist die Älteste – und die zwei Jungs sind im Zimmer rumgetobt, haben gespielt und gelacht.

Dachten Sie, Sie könnten Ihre Schulfreundin mit nach Deutschland nehmen?
Irgendwie hatte ich schon gehofft, dass mein Besuch nicht folgenlos bleibt. Als ich wieder aufgebrochen bin, habe ich aber gemerkt, dass das für sie nicht in Frage kommt.

Nach diesen acht Tagen haben Sie den Rückweg in Richtung Türkei ­angetreten. An der Grenze sind Sie in letzter Minute umgekehrt. Warum?
Die Stimmung an der Grenze war sehr aufgeheizt. Türkische Soldaten haben Flüchtlinge verprügelt, es gab Geschrei, dann fielen auch noch Schüsse. Wir waren nur wenige Meter von der türkischen Grenze entfernt, als ich entschieden habe, dass es in dieser Nacht, in dieser Situation, auch angesichts meiner Schwangerschaft, zu gefährlich war, da rüberzugehen.

Sie und der Schleuser sind also noch mal zurück nach Syrien gefahren.
Ja, noch mal zu dem Haus, wo ich Laura getroffen hatte. Sie war schon weg. Am nächsten Abend sind wir wieder in Richtung Grenze aufgebrochen, wir wollten es an einer anderen Stelle versuchen. Dann haben diese Männer die Straße blockiert. Sie waren vermummt und hatten Kalaschnikows. Die haben unser Auto regelrecht geentert, mir haben sie die Augen verbunden. Als mir die Augenbinde abgenommen wurde, war ich in einem kahlen Raum.

Haben Sie begriffen, was da gerade passiert war? Oder haben Sie gehofft, dass alles ein großes Missverständnis sei?
Am ersten Abend habe ich tatsächlich noch gedacht, dass ich mit der Sicherheitsgarantie meiner Freundin sofort wieder freikomme. Aber ich habe schnell kapiert, dass ich da umsonst hoffe.

Haben Ihre Entführer gesagt, was sie wollen?
Ja, sie haben gesagt, dass sie keine politischen Ziele haben und dass es ihnen ums Geld geht. In der ersten Nacht habe ich der Frau von einem der Entführer erzählt, dass ich schwanger bin, ich habe geweint – und sie hat mir versichert, dass mir die Männer keine Gewalt antun würden.

Und wann wurde Ihnen klar, dass Sie da nicht nach ein paar Tagen wieder herauskommen?
Eigentlich hatte ich die ersten Wochen und Monate die starke Hoffnung, bald wieder freizukommen. Ich dachte, ich bin Deutsche, ich bin schwanger, es wird schon einen Weg geben. Die Entführer haben auch gesagt, dass es schnell wieder vorbei sei.

Wie wurden Sie von Ihren Entführern behandelt?
Ich hatte unvorstellbares Glück. Man kennt ja aus den Nachrichten diese Geschichten von Massenvergewaltigungen durch Kämpfer des Islamischen Staats. Das blieb mir Gott sei Dank erspart. Meine Entführer haben mich, soweit man das in so einer Situation sagen kann, mit Respekt behandelt. Außerdem konnte ich Einkaufslisten schreiben für Lebensmittel und andere Dinge, die ich gebraucht habe.

Es gab keine Übergriffe?
Es gab ein paar unangenehme Situationen, aber vergleichsweise ging es mir gut. Es war trotzdem klar, dass das keine netten, humanen Typen sind. Mir war vollkommen bewusst, dass die mir im Zweifel vor laufender Kamera den Kopf abgeschnitten hätten.

Wissen Sie mittlerweile, wer Ihre ­Entführer waren?
Sie gehörten zu Lauras Gruppe. Der Kommandeur, den ich interviewt hatte, war verwickelt, und wohl auch der Schleuser.

Und Ihre ehemalige Schulfreundin?
Sie war natürlich verwickelt, weil es Teile ihrer Gruppe waren, die diese Entführung durchgeführt haben. Aber im Grunde genommen glaube ich nicht, dass das mit ihrem Wissen passiert ist. Ich glaube, auch sie wurde von dieser Gruppe verraten.

Aber der spätere Ehemann Ihrer Freundin war beteiligt?
Ja. Das war ein Tunesier, der einige Zeit in Deutschland gelebt hatte.

Wie haben Sie das Eingesperrtsein ertragen?
Ich habe die Stunden gezählt, die Tage, und versucht, mich in kleinen Etappen voranzuhangeln. Als ich zehn Tage geschafft hatte, habe ich mir gesagt: Jetzt schaffst du auch noch mal zehn Tage. Am hundertsten Tag sagte ich mir: Das schaffst du auch noch mal so lange. Ich habe außerdem Tagebuch geführt, in winziger Schrift, denn Papier war kostbar und die Kuli-Tinte auch. Als ich kein Papier mehr bekam, habe ich Lebensmittelverpackungen genommen. Auf der anderen Seite habe ich parallel geguckt: Gibt es Fluchtmöglichkeiten, gibt es Kommunikationsmöglichkeiten? Ich habe natürlich versucht, meine Entführer zu hintergehen.

Wie?
Man schmiedet die wildesten Pläne, wie man entkommen könnte, man hat ja viel Zeit. Ich hätte zum Beispiel in einem unachtsamen Moment das Gewehr einer Wache nehmen können. Habe ich aber nicht gemacht – ich hätte ja nicht einmal gewusst, wie man so ein Ding entsichert. Ich habe auch versucht, mich bei Menschen in den Nachbarhäusern bemerkbar zu machen, habe Werkzeug gesammelt, wenn ich etwas an mich nehmen konnte. Das konnte ich dann aber nicht einsetzen.

Hatten Sie etwas zu lesen?
Meine Entführer haben mir einmal ein Buch gebracht, besser gesagt einen Ringordner: Es war der erste Teil einer kommentierten Fassung des Koran.

Haben Sie überlegt zu konvertieren, um die Entführer gewogener zu stimmen?
Überlegt ja. Wenn es für mich von Vorteil gewesen wäre, dann wäre ich auch konvertiert. Oder besser gesagt: Ich hätte vorgespielt, dass ich konvertiere. Aber das wurde nie von mir gefordert.

Hatten Sie eine Ahnung, wo genau Ihre Entführer Sie gefangen hielten?
Natürlich habe ich immer versucht, das rauszufinden. Das war aber schwer, alle paar Wochen wurde ich an einen neuen Ort gebracht, insgesamt war ich in neun verschiedenen Wohnungen beziehungsweise Häusern gefangen. Ich habe immer wieder versucht, mich zu orientieren. Anhand der Landschaft vor dem Fenster zu erahnen, wo ich bin. Einmal habe ich mitbekommen, dass die Entführer ein türkisches Handynetz hatten. Wir waren also im Norden von Syrien, nahe der Grenze.

Nachdem Ihre Mutter Sie als vermisst gemeldet hatte, richtete die Bundesregierung einen Krisenstab ein. Über Umwege soll es Verhandlungen mit Ihren Entführern gegeben haben. Wann haben Sie davon erfahren?
Ich hatte nach einigen Monaten mitbekommen, dass es Verhandlungen mit irgendeiner katarischen Stiftung gab, ich weiß aber bis heute nicht, welche das war. Es gab wohl auch mal Verhandlungen mit einer türkischen Stiftung. Nach einigen Wochen haben die Entführer ein Foto von mir gemacht, angeblich für die Bundesregierung. Ein andermal wollten die Entführer wissen, welches Instrument ich in meiner Jugend gespielt habe. Es war Saxophon – offenbar wollte da jemand einen Beweis dafür, dass ich noch lebe.

Mit jedem Tag in der Gefangenschaft rückte auch der Geburtstermin Ihres Kindes näher. Jede Geburt, auch in Deutschland, bedeutet immer ein Restrisiko. Sie waren in Syrien. Wie groß war da Ihre Angst?
Ich dachte bis zuletzt, dass ich bis zur Geburt wieder in Deutschland bin. Es war für mich unvorstellbar, mein Kind in Syrien zur Welt zu bringen. Ich habe die Realität ignoriert. Bis zu dem Moment, als das nicht mehr ging.

Als die Wehen einsetzten?
Nicht ganz. Ich hatte schon vorher angefangen, Schmerzen zu simulieren. Ich hoffte, dass sie mich in ein Krankenhaus bringen, aus dem ich fliehen könnte oder in dem ich zumindest Kontakt zu Ärzten oder Krankenschwestern herstellen könnte.

Wie haben sie reagiert?
Sie haben mir Medikamente gebracht, die ich dann heimlich weggeschmissen habe. Nach ein paar Tagen brachten sie diese vollverschleierte Person in mein Zimmer. Es war Nacht, es war stockduster, und ich wusste nicht mal, ob unter dem Schleier eine Frau steckt. Sie hat mich dann auf Englisch begrüßt.

Wer war die Frau?
Sie hieß Noor, wie das arabische Wort für Licht. Eine Gynäkologin.

Sie hat dann wahrscheinlich bemerkt, dass Sie simulieren?
Ja, aber sie hat mir Hoffnung gegeben, allein schon dadurch, dass sie ihren Gesichtsschleier hochgehoben hat, als die Entführer aus dem Raum waren. Das war für mich ein ganz besonderer Moment. Nach Monaten sah ich zum ersten Mal wieder ein Gesicht, die Entführer trugen ja immer Sturmhauben. Ich habe auch ziemlich schnell gemerkt, dass die Ärztin mindestens so viel Angst vor den Entführern hatte wie ich.

Gehörte sie nicht zu den Islamisten?
Nein. Sie hatte nicht weit weg eine Praxis und war auf Hausgeburten spezialisiert. Später habe ich erfahren, dass sie erst abgelehnt hatte, als meine Entführer sie um Hilfe gebeten hatten. Als sie dann irgendwann nach Hause kam, war ihr Mann weg. Und da lag ein Zettel auf dem Tisch, der ungefähr bedeutete: Mach alles, was dir gesagt wird. Sie wurde dazu erpresst, mir zu helfen.

Um Sie und Ihr Kind unbeschadet zu halten, waren Ihre Entführer bereit, ein anderes Glück zu zerstören.
Für meine Entführer war ich ein Wertgegenstand. Bei meinem Tod hätten sie gar nichts gehabt. Noor war in dieser Überlegung ein Mittel zum Werterhalt. Sie wusste über mich nur, dass ich schwanger bin. Als ich ihr erzählt habe, dass ich entführt worden war, fing sie an zu weinen.

Wie lief die Geburt ab?
Die Männer sind alle raus. Wir waren allein, das hat eine besondere Art von Intimität geschaffen. Die Ärztin war gut ausgestattet und hatte sehr viel Erfahrung, das hat man gemerkt. Ich hatte durch sie eine gewisse Sicherheit, dass ich da in guten Händen bin. Die Geburt verlief zum Glück ohne Komplikationen. Schließlich war mein Kind auf der Welt, wenn auch am falschen Ort. Plötzlich war alles ganz weit weg: der Krieg, meine Entführer, da waren nur ich und mein Sohn. Er war so klitzeklein, so zerbrechlich, aber gesund.

Haben Ihre Entführer Ihnen zur Geburt gratuliert?
Wenn in Syrien ein Kind zur Welt kommt, wird geschlachtet – vor allem wenn es ein Junge ist. Und dann gibt es Kalaschnikow-Salven, die abgefeuert werden. So weit sind sie bei mir nicht gegangen, aber immerhin haben sie mir zur Stärkung gebratene Leber gebracht.

Hat sich die Behandlung durch Ihre Geiselnehmer mit dem Baby geändert?
Ja, schon. Ich war ja mit kleinem Kind noch hilfloser als zuvor. Wenn mein Sohn nachts aufgewacht ist und geschrien hat, haben sie am nächsten Morgen gefragt, was los war. Sie haben mir auf dem Basar Schokolade und Multivitaminsaft gekauft und für den Kleinen Babynahrung und Windeln – sogar die guten. In Syrien gibt es zwei Arten von Windeln: Die einen heißen Assad-Windeln, die halten nicht viel aus. Und dann gibt es Molfix, das sind die Premiumwindeln dort. Die haben sie mir gebracht.

Wie lange nach der Geburt war die Frauenärztin noch ver­fügbar?
Sie ist am Tag nach der Geburt gefahren, dann kam sie ungefähr einen Monat später noch mal wieder. Das war für mich sehr beunruhigend, ich hatte aber auch Glück, mein Sohn wurde in dieser Zeit nie richtig krank.

Hatten Sie Spielzeug?
Meine Entführer haben ihm einen Plüsch-Eisbären geschenkt – ein Werbegeschenk von Coca-Cola, den hatten sie wahrscheinlich aus einer Hilfslieferung. Ich habe ihm aus Olivenkernen und einer Plastikflasche eine Rassel gebaut. Als er größer war, habe ich ihm eine Art Aquarium aus einer Plastikflasche gebastelt: Die Wasserpflanzen waren aus grünem Stoff, und aus Lebensmittelverpackungen habe ich mit einem Nagelclipper Fische ausgestanzt. Wenn man die Flasche schüttelte, schwebten sie durchs Wasser.

Wie wollen Sie ihm später erklären, warum er in einem Kriegsgebiet zur Welt gekommen ist?
Ich werde ihm das genau so erklären, wie es war.

Fürchten Sie, dass er Ihnen Vorwürfe machen könnte?
Darüber habe ich viel nachgedacht. Wenn es so weit ist, werde ich mich dem stellen.

Nach etwas mehr als zehn Monaten haben Sie zwei Briefe erreicht. Wie war das für Sie?
Einer war von meiner Familie, einer von dem Vater meines Kindes. Es war endlich Kontakt zur Außenwelt. Andererseits war es auch schlimm: Ich fürchtete, dass es noch mal zehn Monate dauert, bis ich wieder einen Brief bekomme.

Wie kamen die Briefe überhaupt zu Ihnen?
Das weiß ich nicht genau. Meine Mutter hatte sie den Behörden übergeben. Wie sie von dort aus zu mir kamen, frage ich mich bis heute.

Sie kamen frei, als Ihr Sohn noch kein Jahr alt war. Wie lief das ab?
Irgendwann hörte ich draußen Schüsse, das war aber nicht wirklich ungewöhnlich. Dann ging die Tür auf, eine meiner Wachen kam rein und sagte, ich solle meine Sachen packen, wir müssten ganz schnell aufbrechen. Ich wurde in die Nachbarwohnung gebracht. Da stand nach einiger Zeit wieder die Wache vor der Tür, die mich von allen die längste Zeit bewacht hatte. Er hatte immer eine Sturmhaube aufgehabt. Doch jetzt stand er ohne da – und um ihn herum vermummte Männer mit Kalaschnikows. Sie riefen: »Janina, Janina! Freedom, Freedom!«

Es war aber nicht etwa eine Sondereinheit aus Deutschland, sondern wieder Islamisten.
Sie haben mich aus dem Haus gebracht, ohne Augenbinde. So sah ich zum ersten Mal, wo ich war. Ich sah Wohnblöcke, eine Moschee, einen weißen Van. Die Männer haben meinen Bewacher geschlagen und in den Kofferraum gepackt. Ich stieg mit meinem Sohn ins Auto, und dann ging es los. Nach einer gewissen Zeit haben sie ihre Sturmmasken abgenommen und mir gesagt, dass ich jetzt auf dem Weg nach Deutschland sei.

Aber es dauerte noch zwölf Tage, bis Sie aus Syrien ausreisen durften.
Sie haben mich erst mal nach Idlib gebracht. Ich war befreit, aber nicht frei. Es war nicht ersichtlich, warum ich nicht sofort zur Grenze konnte. Es hieß immer nur: Morgen, morgen, morgen. Die Männer haben gesagt, es gehe darum, erst mal den Kontakt zur Bundesregierung aufzubauen, damit auch klar ist, dass auf der anderen Seite jemand ist, der mich in Empfang nimmt und so weiter.

Schließlich brachte die Gruppe Sie an die syrisch-türkische Grenze, wo mehrere deutsche Beamte Sie erwarteten. Was war das für eine Situation?
Nach einer ersten freundlichen Begrüßung hat ein BKA-Beamter mich von oben bis unten abgetastet. Ich kann das irgendwie verstehen. Sie wussten ja nichts über mich. Es hätte genauso gut sein können, dass ich einen Sprengstoffgürtel umhabe und zwei, drei türkische Soldaten und drei BKA-Beamte in den Tod reißen will. Aber dann haben sie mir eine große Tasche übergeben, da war Wasser drin, Cola und Schokoriegel, außerdem Kleidung, Kindernahrung und Spielzeug für meinen Sohn.

Etwa zur gleichen Zeit hat eine ­Islamistengruppe namens Jabhat Fatah al-Sham im Internet verlautbart, dass sie es gewesen sei, die Sie befreit hat. Ein Scharia-Gericht habe Ihre Freilassung angeordnet.
Wegen der Sicherheitsgarantie. Die Richter kamen angeblich zu dem Urteil, dass es unislamisch war, mich zu entführen, und dass diese Befreiung das islamische Recht wiederhergestellt hat.

Eine Islamistengruppe befreit Sie aus den Händen einer anderen Islamistengruppe, der sie auch noch nahesteht: Glauben Sie, dass es sich wirklich so zugetragen hat?
Ja.

Ist womöglich Lösegeld geflossen? Zwischenzeitlich war die Rede davon, Ihre Entführer hätten fünf Millionen Euro gefordert.
Ich habe keine Informationen darüber, ob Lösegeld geflossen ist.

Warum, glauben Sie, haben die Islamisten Sie nicht schon früher befreit?
Das weiß ich nicht. Sie haben mir erzählt, dass sie schon vorher Kenntnis von meiner Entführung hatten, aber meinen Aufenthaltsort nicht kannten und nicht genau wussten, wer mich entführt hatte.

Haben Sie die deutschen Behörden gefragt, ob Lösegeld geflossen ist?
Ja, und sie haben mir gesagt, es sei kein Lösegeld geflossen.

Wie ging es dann weiter?
Ich musste noch ein paar Tage dort verbringen, bis die Formalitäten geklärt waren. Dann ging es mit dem Linienflieger nach Köln-Bonn.

Mussten Sie etwas bezahlen?
Meine Familie hat den Rückflug aus der Türkei bezahlt – und die Sachen, die in der Tasche waren.

Wie war es, in Köln Ihre Familie wiederzusehen?
Ich war unglaublich erleichtert, dass ich diese unendlich lange Reise zu einem guten Ende gebracht hatte. Und es kam mir alles unfassbar schön vor, Deutschland. So schön, wie ich es vielleicht noch nie gesehen hatte.

Würden Sie noch mal nach Syrien fahren?
Nein.

In ein anderes Krisengebiet?
Das machen andere Kollegen viel besser.

Hat sich Deutschland in dem Jahr verändert, in dem Sie nicht hier waren?
Sehr. Das Land ist nach rechts gerückt, plötzlich brannten Flüchtlingsunterkünfte, Menschen nichtdeutscher Herkunft wurden angegriffen. Ich war total überrascht, wie schnell es gekippt ist.

Noch mal zurück zu ihrer ehemaligen Schulfreundin. Es gibt den Verdacht, Ihre Reise könnte von Anfang an eine Falle gewesen sein.
Das glaube ich nicht, auch wenn das der Focus geschrieben hat. Ich kenne ja unseren E-Mail-Verkehr, und es ist nicht so, dass Laura mich irgendwie gelockt hätte. Ab irgendeinem Punkt mag es auch von der Seite ihrer Dschihad-Gruppe Bestrebungen gegeben haben, die Reise zu organisieren. Vor allem kam der Druck aber von mir. Ich hatte das Gefühl, dass ich einen neuen Blick auf den Terror habe und alles ganz anders zeigen kann, als es bisher gezeigt worden ist.

Haben Sie Ihre frühere Schulkameradin auch während Ihrer Geiselhaft getroffen?
Nein.

Haben Sie später mit ihr über die Geiselhaft gesprochen?
Ja, wir haben uns über einen verschlüsselten Messenger geschrieben.

Was hat sie gesagt? Tat es ihr leid?
Ja, schon. Dieses Jahr hat auch mit ihr etwas gemacht, glaube ich.

Denken Sie, sie ist jetzt weniger radikal als vorher?
Nein.

Weiß Ihre Schulfreundin von Ihrem Buch?
Ja.

Haben Sie sie es vorab lesen lassen?
Ja, in Auszügen.

Warum haben Sie einem Menschen, der zum Dschihad aufgerufen hat, diese Möglichkeit gegeben?
Ich verstehe Ihre Bedenken, aber es ging um einen bloßen Faktenabgleich.

Gibt es Teile des Buches, die Sie auf Wunsch Ihrer Schulfreundin geändert haben?
Ich habe lediglich ein paar äußere Details verändert, an die sie mich erinnert hat. Das Buch schildert aber ganz klar meine Sicht der Dinge.

Glauben Sie, dass Sie sie wiedersehen werden?
Ich hoffe es, aber wenn, dann nur in Deutschland. Wenn es dafür nicht zu spät ist.