Das hilft gegen Winterblues

Die Psychologie-Professorin Katja Mierke erklärt, wie man gut durch die dunkle Jahreszeit kommt. Ein Gespräch über den Wert von Freundschaften, Tipps für besseren Schlaf und kleine Gesten im Alltag, die die Stimmung aufhellen.

Illustration: Chiara Brazzale

SZ-Magazin: Frau Mierke, dieses Interview erscheint an einem Montagmorgen um sechs Uhr früh. Draußen ist dunkel und kalt, und so manche Leserin, mancher Leser wird sehr missmutig sein. Was genau passiert im Körper in der kalten Jahreszeit, was uns auf die Laune schlägt?
Prof. Dr. Katja Mierke: Unsere innere Uhr wird im Wesentlichen durch Licht gesteuert. Wenn es später hell und früher dunkel wird, wird mehr Melatonin ausgeschüttet, also jenes Hormon, das unseren Schlaf-Wach-Rhythmus mitsteuert. Es sagt uns, einfach ausgedrückt: Es ist dunkel, du bist müde, geh schlafen. Melatonin ist gewissermaßen der Gegenspieler des Serotonins, das als Wach- und Glückshormon für Aktivierung und Wohlbefinden zuständig ist. Die Serotoninproduktion wird entsprechend im Frühjahr, wenn es länger hell ist, besonders angekurbelt, und wir gehen wieder spürbar beschwingter durch den Tag.