Baden-Baden

Wenn man in Baden-Baden geboren wurde, ist man froh, zur Pubertät wieder wegzukommen. Man betrachte nur die Rennwoche, wo man ungestraft im Goldknopfjackett aus dem Daimler aussteigen kann – vor Hotels, in denen Roy Etzel, der »Teufelstrompeter aus dem Schwarzwald«, die Gäste einschläfert. Einst war die Stadt berühmt wegen ihrer russischen Literaten – heute wegen der von ukrainischen Oligarchen aufgekauften Villen. Aber es gibt auch schöne Seiten: Hinter der Stadt liegt der Schwarzwald, davor Frankreich, statt Bier gibt es Heilwasser, abends Veschper (Abendbrot) oder Festspielhaus (abendfüllend). Wenn man in Baden-Baden geboren wurde, ist man froh, nach vollbrachtem Lebenswerk zurückzukehren, um am Stock durch die Lichtentaler Allee zu schleichen. Ein gutes Gefühl. Heute schon.

(1) Tagsüber Heilwasser, abends Cocktails: Trinkhalle, Kaiserallee 3, Tel. 07221/30 29 05. (2) Auf den Fotos im Restaurant »Kulisse« ist Costa Cordalis der Jüngste. Kaiserallee 1, Tel. 90 70.

(3) Schon der Schriftsteller Dostojewski aß im »Café König« Weltklasse-Schokolade: Lichtentaler Str. 12, Tel. 235 73, www.chocolatier.de.

(4) Wie ein Puppenhaus: Hotel »Der kleine Prinz«, Lichtentaler Str. 36, Tel. 34 66 00, www.derkleineprinz.de, DZ 205 Euro.

(5) Im Friedrichsbad plantscht man nackt unter Putten. 29 Euro inkl. Bürstenmassage, Römerplatz 1, Tel. 27 59 20, www.carasana.de.

(6) Restaurant »La Provence«, Schlossstraße 20, Tel. 255 50, www.restaurant-la-provence.com.