Bora Bora

Wer Mustique oder die Costa Smeralda teuer findet, war noch nie auf den Gesellschaftsinseln in Französisch-Polynesien. Eine kleine Flasche Bier aus der Minibar kostet hier 13 Euro und für eine Übernachtung ohne Frühstück zahlt man bis zu 15 000 Euro – dafür sind der englische Butler und ein privater Helikopter-Landeplatz ebenso im Preis inbegriffen wie der Vintage-Champagner zur Begrüßung. Melancholiker sollten den 20-Stunden-Flug zwischen Oktober und April antreten. In dieser Zeit sind die Hotels dank des Monsun-regens geisterhaft leer, und man kann beobachten, wie ein halbes Dutzend vom Nichtstun entkräfteter Kellner einsame Honeymooner-Pärchen umstehen, denen zwölf Stunden Zeitverschiebung Lust und Laune verhagelt haben. Dass man trotz aberwitziger Reisekosten nicht sterben sollte, ohne einmal die Lagunen und Vulkanberge von Moorea und Bora Bora gesehen haben sollte, erklärt man am besten mit Hilfe des Philosophen Ralph Waldo Emerson. Der meinte, es sei »das edelste Amt der Natur, Gott Gestalt werden zu lassen«. So gesehen zählen die Gesellschaftsinseln zu den schlagendsten Gottesbeweisen unserer Zeit.

(1) Wer den Magic Mountain auf Moorea versäumt, hat die Südsee nicht gesehen. Auch wenn es peinlich ist: Leihen Sie sich für den Aufstieg ein Quad. ATV Tours, Tel. 00689/56 16 60.
(2) Sofitel Moorea: geräumige Überwasser-Bungalows, ab 370 Euro, www.sofitel.com.
(3) Te Honu Iti: Während man passabel französisch isst, füttern die Kellner riesige Mantarochen. Moorea, Cook’s Bay, Tel. 56 19 84.
(4) Le Recif: ein sündiger Ort zum Tanzen. Nahe dem Bora Bora Yacht Club.
(5) St. Regis Resort Bora Bora: der mondänste Ort, um Geld zu verbrennen. Nicole Kidman flitterte hier, www.stregis.com.
(6) Bora Bora mit dem Rad umrunden dauert drei Stunden, www.boraboralagoon.com.
(7) Wer gerne von Zitronenhaien beschnuppert wird, taucht vor Taha’a, www.letahaa.com.
(8) Papeete ist das St. Pauli der Südsee: Die umwerfendsten Drag Queens treffen sich im »Le Piano«, Rue des Écoles, Tel. 42 88 24.

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