Wenn Sie Stromboli an der Hafenmole betreten, haben Sie bereits eine richtige Entscheidung getroffen: Sie sind zwar nach Neapel geflogen und haben von dort ein Schiff genommen, aber: Sie sind nicht nach Capri gefahren. Glückwunsch! Sie geben also nicht dreißig Euro für einen Teller Nudeln aus und lauschen auf der Piazza nicht den Welterklärungen betrunkener deutscher Feuilletonredakteure. Stattdessen haben Sie das Boot zu den Äolischen Inseln genommen, die deshalb so heißen, weil es dort im Winter sehr stürmisch ist und der Gott der Winde Äolus heißt. Der Sommer bändigt diese Stürme zu einer lauen Brise, die den Inseln fortwährend kühle Meeresluft zufächelt. Die Fahrt nach Stromboli dauert knapp vier Stunden. Den richtigen Weg weist die Rauchwolke am Horizont: Stromboli ist der aktivste Vulkan Europas, etwa alle vier Stunden erinnert der Berg grollend daran. Wer abends mit einem Führer auf den Krater steigt, kann beobachten, wie glühende Felsbrocken in den Nachthimmel fliegen. Man kann aber auch unten an der Küste bleiben, eine Flasche sizilianischen Wein trinken und die vielen Taschenlampenlichter der Bergsteiger betrachten, die nach der zweiten Flasche aussehen wie Glühwürmchen.

Einen schönen Ausblick auf den nächtlichen Vulkan hat man vom (1) Ristorante Punta Lena, Via Marina 8, Tel. 0039/090/98 62 04. Danach schläft man gut in einem Zimmer der (2) Pension Barbablù, Via Vittorio Emanuele, 17, Tel. 98 61 18, www.barbablu.it, EZ ab 75 Euro. Mondäner ist es im (3) Hotel La Sirenetta, Via Marina, 33. Tel. 98 60 25, www.lasirenetta.it, EZ ab 100 Euro. Tagsüber folgt man dem Tempo, das die Temperatur vorgibt: Ist es nicht zu heiß, lohnt ein Besuch auf den Nachbarinseln oder ein Spaziergang zum (4) Ristorante Osservatorio, von dem aus man die Lava beobachten kann; Punta La Bronzo, via Cratere, Tel. 98 60 13. Fähren: Ustica Lines (www.usticalines.it) oder SNAV (www. snav.it), Hubschrauber-Service: Tel. 98 33 33. Aufstieg zum Krater: Magmatrek, Via Vittorio Emanuele. Tel. 986 57 68. Liebespaare besuchen in der Altstadt das Haus, indem sich Roberto Rossellini und Ingrid Bergman während der Dreharbeiten von »Stromboli« kennenlernten.

Artikel teilen: