Wie ein Start-Up legal mit Heroin handelt

Unter strengen Voraussetzungen dürfen Drogenabhängige mit reinem Heroin behandelt werden. Aber wer stellt das her? Unser Autor hat sich das verschwiegene Geschäft genauer angeschaut.

In einem unscheinbaren Haus, irgendwo in der Schweizer Provinz, handeln zwei Männer mit einem weißen Pulver, das als Inbegriff des Bösen gilt: reinstes Heroin. Was ihren Stoff besonders macht: Er ist, anders als das Heroin von der Straße, völlig frei von Verunreinigungen und wird in einem professionellen Labor hergestellt, in dem sonst Schmerzmittel produziert werden. Und, noch wichtiger: Ihr Heroin ist völlig legal. Und es wird hergestellt, um Menschen zu helfen.

Seit 2010 gibt es in Deutschland die Möglichkeit, besonders schwer Drogenabhängige mit Heroin zu behandeln - sie bekommen keinen Ersatzstoff, sondern die echte Droge. So werden mehrere Probleme von Schwerstabhängigen auf einen Schlag gelöst – die Beschaffungskriminalität, das Gefangensein in einem Tagesrhythmus, der nur ein Ziel kennt: den nächsten Schuss, egal woher, egal ob mit Rattengift gestreckt, egal ob die Spritze steril ist.

Die meisten Ärzte und Wissenschaftler sind sich einig: Für Schwerabhängige ist die Heroin-Therapie eine Chance auf ein besseres Leben. Die Kosten übernimmt in Deutschland die Krankenkasse. Denn der Entzug mit Methadon funktioniert nicht immer - und viele Menschen nehmen nebenher weiter Drogen.

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Dass heißt also: Irgendwo gibt es eine Firma, die legal Heroin herstellen darf. Wie machen die das? Und wo kommt der Stoff her?

Es hat lange gedauert, bis alle Beteiligten im sehr verschwiegenen Geschäft mit legalem Heroin zugestimmt haben, mit einem Journalisten zu sprechen - und die Bedingungen sind streng: Keine echten Namen, Details müssen verfremdet werden. Herausgekommen ist die Geschichte eines Drogentransports, der auf den Schlafmohnfeldern Tasmaniens beginnt, in die Produktionshalle einer Schweizer Firma führt, nach der Verarbeitung dort in die Zentrale des weltweit einzigen Heroin-Start-ups kommt, und schließlich über Ländergrenzen hinweg in Berlin landet, wo ein Drogenpatient sich die Droge spritzt.

Wir treffen Menschen, die nicht mal ihren engsten Freunden verraten, dass sie mit Heroin handeln. Wir sind dabei, wie ein gepanzerter Transporter Heroin im Wert von mehreren Millionen Euro abholt. Und sprechen mit einem Süchtigen, dem die Therapie mit legalem Heroin das Leben gerettet hat.

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Guter Stoff

Ein Schweizer Unternehmen produziert legal, was sonst verboten ist: reinstes Heroin. In Deutschland wird es seit 2010 zur Behandlung Drogenkranker eingesetzt - und hilft vielen Süchtigen beim Weg in ein normales Leben.

Foto: dpa

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