»Fair ist das nicht«

Leonie hat sich kurz nach dem Abitur in Adrian verliebt. Beide wissen: Sie musste in den vergangenen sechs Jahren mehr zurückstecken als er und wird mal weniger Geld verdienen. Was sie dabei über Kompromisse, Gleichberechtigung und die Liebe gelernt haben. 

Adrian und Leonie an der Isar. 

Foto: Lorraine Hellwig

Leonie:
Nach der Schule wollte ich bloß weg aus München. Raus aus Deutschland, neue Sprachen lernen, klassischen Gesang studieren und möglichst viel von der Welt kennenlernen. Dafür habe ich gespart und in einem Jazz-Club gejobbt. Dort habe ich Adrian das erste Mal gesehen. Er hat mir gleich gefallen, aber ich wollte ihn nicht ansprechen, denn verlieben wollte ich mich auf keinen Fall. Nicht in München.

Er hat mir dann seine Nummer gegeben, ich habe nicht angerufen. Ein paar Wochen

Wir haben uns auf Anhieb gut verstanden und das Interesse zur klassischen Musik und

Also fing ich an, Kunstgeschichte in München zu studieren. Während des Semesters sah

Adrian wird als Arzt gut verdienen. Ich werde kein hohes Gehalt bekommen, selbst falls

Von Adrian will ich Verständnis und Unterstützung. Mir ist wichtig, dass er versteht, dass

Zwischendrin war ich wütend, frustriert, dass Adrian nicht mit nach Frankfurt gekommen ist, aber

Adrian:
Als ich Leonie im Jazz-Club sah, habe ich von dem Konzert kaum was mitbekommen. Meine Gedanken, wie ich sie ansprechen könnte, haben mich so sehr abgelenkt, dass ich von der Musik nicht viel mitbekommen habe. Am Ende des Abends habe ich ihr einen Zettel mit meiner Handynummer zugesteckt. Ich habe gewartet und gewartet und gewartet. Vergeblich. Als ich einen Monat später ein weiteres Konzert besuchte, sah ich Leonie, denn sie kellnerte an diesem Abend wieder. Mir war das unangenehm, weil ich überzeugt war, eine Abfuhr bekommen zu haben. Ich verfluchte, dass ich ausgerechnet einen Sitzplatz in ihrer Nähe an der Bar hatte. Ich starrte angestrengt auf die Bühne. Als mein Bier leer war, gab ich dem anderen Kellner ein Zeichen. Er stellte mir einfach ein neues hin, sagte: »Geht aufs Haus« und zeigte neben sich: Dort stand Leonie und winkte. In der Pause haben wir geredet und sie gab mir ihre Nummer. Von der zweiten Konzerthälfte habe ich wieder nichts mitbekommen, so euphorisch war ich.

Ich rief sie an, wir verabredeten uns, doch schon am Wochenende liefen wir uns

Als ich sie mit 21 kennengelernte, hatte ich zwar schon eine linke Einstellung, aber

Es fällt mir schwer, das zuzugeben, aber Leonie hat wegen unserer Beziehung schon mehr

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