»Bei Liebeskummer ist Hoffnung nicht hilfreich«

Die meisten Menschen verhalten sich nach Trennungen intuitiv falsch. Warum man bei Liebeskummer seinen Gedanken nicht trauen sollte, erklärt der US-Psychologe Guy Winch in diesem Interview - und verrät, was gegen den Schmerz wirklich hilft.

Guy Winch ist Psycho­loge und Buchautor in New York. Seine Ted-Talks »Wie man ein gebrochenes Herz re­pa­riert« sowie »Emo­­­tionale Erste Hilfe für alle«, die es auch mit deutschen Unter­titeln gibt, wurden im Internet millionen­fach abgerufen.

Foto: Andrew H. Walker photography

SZ-Magazin: In einem Ihrer Vorträge beschreiben Sie, dass man bei ­Liebeskummer seinen eigenen Gedanken nicht trauen sollte. Was passiert denn da im Hirn?
Guy Winch: Menschen haben oft das Gefühl, dass sie nicht sie selbst sind, wenn sie Liebeskummer haben. Das ist einfacher nachzuvollziehen, wenn man die Analogie zu den Gehirnen von Süchtigen sieht, die auf Entzug sind. Funktionelle MRT-Gehirnscans zeigen, dass bei Liebeskummer dieselben Mechanismen im Gehirn aktiviert werden wie zum Beispiel bei Kokain- oder Heroinsüchtigen. Das erklärt, warum wir bei Liebes­kummer auf die andere Person völlig fokussiert sind. Die Belohnungsmechanismen unseres Gehirns sagen uns, dass wir dem Drang nachgeben und Kontakt zu ihm oder ihr haben sollten.

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