Der heißeste Hotelier Mexikos

Er kommt aus Argentinien, besitzt kleine Luxushotels, modelt für Topdesigner und hat ein Faible für Natur. Im Ernst: Brauchen Sie noch mehr Argumente, um sich für Nicolas Malleville zu begeistern?

Dieser Mann aus Argentinien trägt die blonden Haare offen, ein Duft von
Strand, Sonne und Hängematte umweht ihn. Vom weißen Hemd schließt er nur die unteren drei Knöpfe, den Bart rasiert er zweimal pro Woche - in Amerika nennen die Hochglanzmagazine Nicolas Malleville, 33, den »heißesten Hotelier Mexikos«. Er selbst bezeichnet sich bescheidener als Landschaftsarchitekt und Parfümeur.

Es ist offensichtlich, dass er sein Vermögen auf elegante Weise verdient:
Malleville ist ein Topmodel, Burberry, Tod's, Gucci, DKNY gehören zu seinen Auftraggebern. Außerdem zeigt eine Kampagne des italienischen Designers Roberto Cavalli für H&M Nicolas Malleville in einer Gruppe von Großstadt-Hipstern, die derzeit von sich reden machen, darunter der Musiker Sean Lennon, Lydia Hearst aus der amerikanischen Verlagsdynastie und die Tochter der Chefredakteurin der französischen Vogue, Julia Restoin-Roitfeld. Malleville ist in den elitären Kreis von It-Girls und -Boys aufgenommen, die nicht nur gebucht werden, weil sie hübsch sind, sondern weil sie noch als DJ, Autor oder Erbe furchtbar wichtig sind. Was verschafft Malleville diese Ehre? Er betreibt seit 2001 auf der
mexikanischen Halbinsel Yucatán kleine Luxushotels: eine Villa an einem einsamen Strand bei Tulúm; ein Hotel in Cobá in der Nähe berühmter
Maya-Ruinen und ein Apartmenthaus in Valladolid. Hier verkauft er auch seine Parfums, die er aus heimischen Kräutern und Extrakten mischt und die bei Stars wie René Zellweger beliebt sind.

Sein kleines Imperium nennt Malleville »Coqui Coqui« - diesen Spitznamen gaben ihm Einheimische, als er 2001 in einer vom Tourismus vergessenen Ecke Yucatáns Grundstücke kaufte, um Hotels zu bauen. »Sie dachten, ich wäre nicht ganz bei Sinnen. Verrückte nennt man hier coqui coqui

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Doch schon bald verstanden die Einheimischen, dass Malleville alles andere als verrückt ist. Fast immer sind seine Hotels ausgebucht. Sein jüngstes Haus ist das »Coqui Coqui Cobá«. Monate vor der Eröffnung im vergangenen Herbst hatte er im halbfertigen Gebäude zur Silvesterparty geladen: die Schauspielerinnen Eva Mendes und Alexis Bledel kamen, der Fotograf Mario Testino und der Sänger James Rousseau.

Das Kapital für seine kleine Hotelkette verdankt Malleville dem Modeln. Als er Ende der Neunzigerjahre in Cordoba Landschaftsarchitektur studierte, sprach ihn ein Model-Agent aus London an, ob er nicht mit Kate Moss Fotos machen wolle. »Ich hatte noch nie von Kate gehört«, sagt Malleville. Wenige Monate später fotografierte Mario Testino ihn und Kate Moss für Burberry.

Schon als Kind auf der Farm seiner Eltern in Argentinien habe er von einem Haus am Strand geträumt, sagt er. Als er 2001 zum ersten Mal nach Yucatán kam, entdeckte er ein abgelegenes Grundstück mit weißem Sand und Hunderten Palmen. Er baute dort ein Haus, das er eigentlich nur als Ferienhaus nutzen wollte. Doch dann kam Jade Jagger. Dann baten ihre Freunde, dort wohnen zu dürfen. Bald baute Malleville Bungalows an.

»Coqui Coqui« soll im Einklang mit der Natur und der Tradition der Maya entstehen, wünscht er sich. Dafür heuerte er Handwerker an, die alte Bautechniken beherrschen und Material aus der Gegend verwenden. Der Strom stammt aus Solarzellen, es gibt weder Internet noch Klimaanlage. Der Stil der Zimmer: dunkle Holzmöbel vor rau verputzten Wänden. Malleville möchte, dass seine Häuser »natürlich, authentisch und echt« sind, sagt er. Einen größeren Gegensatz zur Model-Welt hätte er sich kaum schaffen können.
»Coqui Coqui Tulúm Residence & Spa«, Mexiko, DZ im Winter ab 170 Euro, Sommer ab 255 Euro, Tel. 0052/998/1125427/28.
»Coqui Coqui Cobá Residence & Spa«, Mexiko, Preise wie Tulúm, Tel. 0052/ 998/1121182.

»Coqui Coqui Valladolid Residence & Spa«, Mexiko, Café, Shop, Preise wie Tulúm, Tel. 0052/985/8565129.

Weitere Infos: www.coquicoqui.com.

(Foto: Phil Ramey/ Bulls)

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