Modeschule

    Wie erkennt man echte Perlen? Für den Laien es ist schwer zu unterscheiden, ob es sich um seltene, wild gewachsene Perlen handelt oder um Zuchtperlen. Einen Anhaltspunkt bietet die Größe: Echte Perlen werden selten größer als acht Millimeter, Zuchtperlen können bis auf einen Durchmesser von 15 Millimeter wachsen. Außerdem sind bei echten Perlenketten die Perlen meistens nicht genau gleichförmig. Perlen entstehen, wenn die Muschel einen Fremdkörper, zum Beispiel ein Sandkorn, abkapselt und ihn mit Kalk und Conchiolin umschließt. Gegen eine starke Lichtquelle gehalten, leuchten echte Perlen deshalb schwach von innen, wie eine Kugel aus Alabaster. Eine Zuchtperle mit einem künstlich eingesetzten, runden Kern hat dagegen einen Oberflächenglanz wie ein Spiegel, sie wirft das Licht zurück. Neben den bekannten Zuchtperlen aus Japan werden derzeit sehr viele gezüchtete Perlen aus China verkauft. Wenn Sie von Ihrer Großmutter eine Perlenkette erben, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass es sich um naturgewachsene Perlen handelt. Die Zuchtperlenproduktion nahm zwar bereits um 1920 zu, aber es wurden noch viel mehr echte Perlen verarbeitet als heute. Falsche Perlen gab es immer schon: Im Jahr 1656 hat der Franzose Jacquin Kugeln aus hauchdünnem Glas mit Wachs gefüllt und mit Schuppen vom Weißfisch überzogen. Damals entstand der Draufbeiß-Test, bei dem die Fälschungen zersprangen und der Tester Wachsbrei im Mund hatte. Carl Ludwig Fuchs ist stellvertretender Direktor im Kurpfälzischen Museum Heidelberg und Schmuckexperte für den Bayerischen Rundfunk. Links: Kette aus 48 Zuchtperlen, von Bulgari.

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