Brasilianisches Käsegebäck

Das Pão de queijo ist eine Spezialität aus São Paulo – dort bekommt man das »Brot aus Käse« an jeder Straßenecke. Weil es so einfach wie unwiderstehlich ist.

Foto: Reinhard Hunger; Styling: Christoph Himmel

»Tanya, eine unserer Köchinnen, ist in São Paulo aufgewachsen. Dieses Käsegebäck gibt es da an jeder Straßenecke. Es wird mit dem sehr jungen Kuhmilchkäse ›queijo minas‹ zubereitet. Den gibt es bei uns nicht, aber Parmesan tut es auch.«

Pão de queijo

Für 6 Personen (als Snack):

Meistgelesen diese Woche:

  • 180 g Tapioka-Stärke
  • 240 ml Milch
  • 75 ml Sonnenblumenöl (oder anderes neutrales Öl)
  • 100 g geriebener Parmesan (oder anderer aromatischer Hartkäse)
  • 1 Ei
  • Prise Salz

Zubereitungszeit: etwa 30 Minuten

Alle Zutaten in einem Mixer fein verarbeiten. Eingefettete Muffin-Formen oder Ähnliches mit zirka 40 bis 50 g der fertigen Masse pro Form abfüllen (etwa 12 Förmchen) und bei 180 Grad Umluft rund 15 Minuten backen.

Kleine Koch­schule

Zusätzliche Ideen, Tipps und Tricks zu diesem Rezept, können Sie hier mit SZ Plus lesen: 

Tipps von Christoph Himmel

1. Woran erkennt man frische Eier? Ein einfacher Test hilft: Mit der Zeit wird die Luftblase in den Eiern immer größer. Frische Eier gehen deshalb im Wasser unter, alte schwimmen. Im Kühlschrank halten sich Eier etwa zehn bis 14 Tage. Für ein pochiertes Ei etwa ist die Frische elementar. Aus meiner Sicht hat ein Ei einen großen Wert, doch die Statistik ist leider enttäuschend: Gerade mal 5 Prozent aller Eier sind bio. Die Verbreitung guter Eier scheitert letztlich am Verbraucher – ein gutes Ei sollte etwa 80 Cent kosten, aber das ist leider für viele nicht zu verstehen. Wir sollten aufhören, uns an den Preisen der Supermärkte zu orientieren. Beim Italiener Paolo Parisi gibt es angeblich die besten Eier der Welt, sie kosten bis zu 4 Euro das Stück !

2. Tapiokastärke wird aus der Maniokwurzel gewonnen. Ihr Vorteil ist, dass sie geschmacksneutral ist. In der Stärke, einer Mischung aus Glucose, Amylose und Amylopektin, speichern Pflanzen ihre überschüssige Energie. Diese Mischung bindet Wasser, es einsteht eine Verkleisterung. Das wird beim Kochen zum Binden von Flüssigkeiten genutzt, beim Backen macht Stärke das Gebäck feinporiger. Probieren Sie mal unterschiedliche Stärken aus – die Kartoffelstärke macht das Verkleistern am deutlichsten: Es entsteht eine kleisterhafte Masse. Reisstäke kann übrigens auch als Kleber für Papier verwendet werden.

3. Es ist immer weiter verbreitet, Öl zum Backen zu benutzen – was Vor- und Nachteile hat. Öl ist neutraler als Butter und lässt dem Eigengeschmack der Zutaten mehr Raum. Ich mische oft beides, das geht auch beim Braten in der Pfanne. Auch bei Öl gilt: Nicht sparsam sein, was den Preis angeht.