Eurovision & Bundesvision Song Contest

Zwei, die nicht miteinander können.

Im Kern geht es hier um die Frage, ob deutscher Pop grundsätzlich peinlich zu sein hat. Im europäischen Ausland dürfte sich solch ein Eindruck nämlich verfestigt haben, dank all der mäßig begabten Sangeskünstler, die unser Land über die Jahre zum »Eurovision Song Contest« geschickt hat. Erinnern wir uns nur ans letztjährige Debakel: Castingsternchen Gracia Baur (rechts) stürmte im Fummeltrinenlook auf die Bühne, traf jedoch, benebelt von der eigenen Windmaschine, gleich zu Beginn von Run And Hide den Ton nicht und landete auf dem letzten Platz. Nicht schlimm, sagen viele, die den Eurovisionswettbewerb eh

für einen Umschlagplatz von Bumsmusik halten. Doch schlimm, sagt Stefan Raab, TV-Entertainer und langjähriger Grand-Prix-Fan. In Gestalt von Protegés wie Max Mutzke (links) und Guildo Horn sowie mit einem selbst gesungenen Song (Wadde Hadde Dudde Da) hat Raab den Wettbewerb schon mehrmals zu gewinnen versucht. Als das nicht gelang, hob er im vergangenen Jahr den »Bundesvision Song Contest« aus der Taufe, eine Konkurrenzveranstaltung zum traditionell eher angestaubten, vom NDR ausgerichteten Eurovision-Vorentscheid. Damals gewannen Juli (Geile Zeit) den Raab-Wettbewerb, der angesagten deutschen Musikern ein Forum bieten soll; diesmal, am 9. Februar, treten unter anderem Seeed und Massive Töne an – während der NDR einen Monat später vor Raab kapituliert und nicht nur die Modern-Talking-Heulboje Thomas Anders ins Rennen ums Eurovision-Ticket schickt – sondern auch die Schlager-Mumie Vicky Leandros!

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