Johannes Hofmann

Der Kunstflieger, der nie seine Ruhe verlor, kollidierte am Himmel mit seinem Freund.

Die Freundschaft von Johannes Hofmann und Alex S. endet am 18. September um 16.49 Uhr. Die beiden Kunstpiloten zeigten gerade das Manöver »Fassrolle«, bei der Flugschau in Oberbayern war gutes Sichtflugwetter. Hofmann fliegt mit 200 km/h kopfüber geradeaus, in Spiralen umkreist von Alex S. Dann verlässt ein Pilot den abgesprochenen Kurs. Es gibt Videos von dem Moment, in dem die Flugzeuge ineinanderkrachen, Hofmann unten, Alex S. oben rechts. Die Kollision reißt Hofmanns Flugzeug eine Tragfläche ab, er stürzt fast senkrecht in ein Feld und ist sofort tot. Alex S. kann seine Maschine notlanden, er bleibt unverletzt.

Die beiden Männer waren seit Jahren Freunde, sie sind Ski gefahren, haben gemeinsam gefeiert. Sie sind oft bei Flugtagen aufgetreten mit Manövern, die »Doppellooping« und »Kleeblatt« heißen und auch so aussehen. Alex S. ist deutscher Vizemeister im Motorkunstflug und der erfahrenere Pilot, trotzdem war Hofmann immer der Anführer ihrer Formation, weil er nie aus der Ruhe kam und andere Piloten ihm vertrauten. Freunde beschreiben ihn als detailverliebt, er war Ingenieur, hatte einen Flugzeugverleih und flog gelegentlich Stunts fürs Fernsehen.

Alex S. hat nach dem Unfall in einem Interview gesagt, dass ein Flugfehler von Hofmann schuld an dem Absturz sei, Hofmanns Freunde wollen seitdem nichts mehr mit ihm zu tun haben. Noch ist unklar, wer was falsch gemacht hat, nur die Piloten kannten die Kommandos für ihre Manöver. Doch die Regel ist: Damit die Flugzeuge nicht zusammenstoßen, muss ein Pilot die Formation verlassen, wenn er den Kontakt zum Anführer der Staffel verliert. Das ist beim letzten Flug von Johannes Hofmann und Alex S. nicht passiert. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Am Telefon klingt Alex S. verzweifelt, über den Unfall will er nicht sprechen. Zur Gedenkfeier für seinen Freund ist er gekommen, obwohl er Feindseligkeiten fürchten musste. Der Trauerredner sagte, dass Johannes Hofmann sich nun dem Himmel anvertrauen könne, dem Element, das ihn so oft trug.

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