Für immer gelb

Seit 30 Jahren laufen »Die Simpsons« in Millionen Wohnzimmern. Zum Jubiläum einer der erfolgreichsten Fernsehserien der Welt: eine Sammlung bemerkenswerter Momente und großer Details.

Glubschaugen, ein paar markante Frisuren – und jeder weiß, um wen es geht:
Die Simpsons sind längst zu Ikonen der Popkultur geworden.

Andrea Artemisio/Mini Title

Als diese Serie am 17. Dezember 1989 ihre offizielle Premiere im US-Fernsehen feierte, hätte man meinen können, da will jemand einen Flop nach Plan: Zeichentrickfiguren im Abend­programm. In Knallgelb. Bierwitze und Atomkraftscherze. So ein Quatsch zur besten Sendezeit – das musste ganz klar ein Absturz werden.

Es kam anders. Die Simpsons entwickelten sich sehr schnell zu einer der unterhaltsamsten – und vor allem schlauesten – Serien der Welt. Weil sie von Anfang an auf mehreren Ebenen funktionierten: für die ganz jungen Zuschauer schön bunt und laut, für die Jugendlichen voller Bezüge zur Welt der Popmusik und der schnellen Gags, für die Eltern jede Menge Anspielungen auf klassische Hochkultur. Welche andere Serie hätte es geschafft, Michael Jackson, klassische Philosophie, Stephen Hawking und Pupswitze zu vereinen?

Die gelben Figuren erreichten bald ein Millionenpublikum – inzwischen sind sie seit 30 Jahren zu sehen, länger als jede andere Fernsehserie. Nur mal zum Vergleich: In der Zeit wurden beim Simpsons-Sender Fox Hunderte Serien neu eingeführt und schon wieder abgesetzt.

Matt Groening, heute 65 Jahre alt, erfand Die Simpsons Ende der Achtzigerjahre und benannte die Figuren nach seinen eigenen Verwandten. Tatsächlich sieht der Mann mit seinem Bäuchlein, der runden Brille und seiner Vorliebe für Hawaiihemden selbst aus wie eine Figur aus Springfield. Nur eben eine sehr reiche: Allein mit Fanartikeln wie T-Shirts, Spiel­figuren und Kaffeetassen haben die Simpsons mehr als fünf Milliarden Dollar umgesetzt, dazu kommen Fernsehlizenzen in aller Welt, ein Kinofilm, mehrere Freizeitparks, bergeweise DVDs und Einnahmen aus dem Streaming.

Der ungeheure Erfolg lässt sich vielleicht auch damit erklären, dass die Zuschauer gerade in der schrägen Welt von Springfield ihr eigenes Schicksal wiedererkennen. Jeder kennt Menschen, die an die Simpsons erinnern, an den frechen Bart, die altkluge Lisa, die betuliche Marge. Und der Familienvater Homer, tapsig, ahnungslos, aber liebenswert, darf inzwischen als eine Art Blaupause des Menschen im frühen 21. Jahrhundert gelten: Er ist latent von der Gegenwart überfordert, kämpft stets mit dem inneren Schweinehund, aber dann findet er durch viele Zufälle am Ende meis­tens doch irgendwie sein Glück.

… die je über die Simpsons gesagt wurden, stammt vom Schriftsteller Daniel Kehlmann: 

»Wenn der klassische Witz der Aufklärung, der Geist der Erzählungen von Voltaire und Diderot heute noch fortlebt, dann wohl in der trügerischen grafischen Einfachheit und dem souverän heiteren Pessimismus von Matt Groenings Serie.«
(Erschienen am 3. Juni 2006 im Spiegel)

Die Serie ist seit Jahren auch Thema in der Wissenschaft. Die Datenbank Academia.edu

Kurzgeschlossene Interpretationen von Modalverbkonstruktionen: Belege aus den »Simpsons« (Wissenschaftsmagazin Constructions and Frames, 2016)

Funktionen der Intertextualität und Intermedialität in den »Simpsons« (Dissertation, Duisburg 2011)

Es ist lustig, weil es wahr ist? »Die Simpsons«, Satire und die Signifikanz des religiösen Humors in der Populärkultur (erschienen im Journal of the American Academy of Religion, 2013)

(Übersetzungen der Titel: SZ-Magazin)

Name: Die Rugrats
Inhalt: Kinder­serie über eine Gruppe von Babys. Brachte es immerhin auf neun Staffeln.
Gemeinsamkeit mit den Simpsons: Wurde erfunden und produziert von einem Ehepaar, das ein Animationsstudio betrieb, das zeitweilig auch für Die Simpsons animierte.

Name: Crash Canyon
Inhalt: Kanadische Zeichentrick­serie über eine Familie, die auf dem Weg in den Urlaub in eine Schlucht stürzt und dort jede Menge andere Menschen trifft, denen das Gleiche passiert ist. Wurde 2013 nach zwei Staffeln ein­gestellt.
Gemeinsamkeit mit den Simpsons: Geschrieben unter anderem von den Simpsons-Autoren Joel Cohen und Tim Long.

Name: Tripping the Rift
Inhalt: Animierte Serie über geld­gierige und sexbesessene Außerirdische. Eingestellt 2007 nach drei Staffeln.
Gemeinsamkeit mit den Simpsons: Chris Moeller, einer der Erfinder, hat als Storyboard Artist bei sechs Simpsons-Folgen mitgearbeitet.

Name: Free for All
Inhalt: Zeichentrickserie über einen 19-jährigen College-Studenten, der mit kettenrauchender Oma und alkoholkrankem Vater zusammenlebt. Eingestellt nach sieben Folgen.
Gemeinsamkeit mit den Simpsons: Einer der drei Hauptautoren wirkte an einem Simpsons-Computerspiel mit.

Als die Simpsons neu waren, galt die Familie vielen konservativen Amerikanern als Sinnbild für Verkommenheit und kulturellen Verfall. 1990 wurde an einigen US-Schulen das Tragen von T-Shirts mit Bart-Simpson-Aufdruck verboten. Der Leiter der Lutz Elementary School in Ohio sagte Journalisten damals, man lege Wert darauf, den Kindern gute Werte zu vermitteln – und die Serie bringe Schülern »die falschen Dinge« bei. Über die Jahre hinweg gab es aber nicht nur Ärger mit Schuldirektoren, sondern unter anderem auch mit …

…  der Stadt Rio de Janiero. In einer Folge von 2002 wird Rio als rattenverseuchter Moloch dargestellt. Der örtliche Tourismusverband drohte mit einer Klage. Am Ende entschuldigten sich die Macher der Simpsons.

…  Kritikern der Figur Apu. Der Betreiber des Ladens Kwik-E-Markt gilt vielen als allzu plumpes Stereotyp eines Amerikaners mit indischen Wurzeln. Ein Dokumentarfilm des indischstämmigen Filmemachers Hari Kondabolu von 2017 wirft der Serie Rassismus vor – worauf die Macher eher gleichgültig reagierten.

…  einem Jungen mit Tourette-Syndrom. Nachdem Bart in einer Episode von 1992 vorgibt, an Tourette zu leiden, und wilde Beschimpfungen ausstößt, beschwert sich der damals 13-jährige Tourette-Betroffene Joshua Smith aus der Nähe von Seattle beim Simpsons-Chef Matt Groening. Die Macher entschuldigen sich und ändern die Folge: In allen späteren Wiederholungen ist von Barts Tollwut die Rede.

Einer der Running Gags der Simpsons: Wo liegt eigentlich dieses Springfield, die Stadt, in der die Serie spielt? Im Kinofilm gibt Ned Flanders einen Hinweis: So soll der US-Bundesstaat, in dem sich die Stadt befindet, an Maine und an Nevada angrenzen – die tatsächlich aber Tausende Kilometer voneinander entfernt liegen. Es gibt in den USA mehr als 60 Städte namens Springfield. Vor allem Springfield in Oregon nimmt die Ehre, das Simpsons-Springfield zu sein, in Anspruch – auch weil Matt Groening in der Nähe aufwuchs und 2012 in einem Interview verriet, dass er an diese Stadt dachte, als er einen Namen für den Wohnort der Simpsons suchte. Springfield in Vermont kann zumindest behaupten, förmlich mit der Serie verknüpft zu sein: Dort fand die offizielle Premiere des Kinofilms statt. Aber auch andere Städte meinen weiter, sie seien das Vorbild für die Serie. Wenn Matt Groening darauf angesprochen wird, antwortet er jeweils stets: »Yup, das stimmt.«

Die Synchronsprecherin

SZ-Magazin: Frau Schwittau, seit wann sprechen Sie Bart?
Sandra Schwittau: Von der ersten Folge an, die in Deutschland lief.

Wie kamen die Verantwortlichen auf Sie? Sie waren damals schon um die 20, also älter als Bart.
Kinder für solche Jobs zu be­setzen ist immer undankbar. Die Stimmen verändern sich, man muss alle anderthalb Jahre neue suchen. Ich hatte immer diese kratzige Stimme und hatte auch vor den Simpsons oft Jungs synchronisiert, es passte. Die Entscheidung hat das Team in den USA getroffen, die hörten meine Stimme und sagten, das ist unser Bart.

Im Original wird Bart ebenfalls von einer Frau gesprochen.
Die produzieren die Sendung aber ganz anders. Da gibt es einen festen Stamm von Sprechern, die jeweils mehrere Figuren sprechen, manche bis zu fünf. Die nehmen erst alle Texte auf, dann richten sich die Zeichner und Animateure nach den Aufnahmen. Wir hier sprechen ja die Texte auf das fertige Bild.

Wie viel Arbeit steckt für Sie in einer Folge?
Grob überschlagen würde ich sagen, ein halber Tag pro Folge. Die Leute denken immer, ich stehe ständig im Studio, aber Die Simpsons machen für mich insgesamt vielleicht acht oder zehn Tage im Jahr aus.

Und in der restlichen Zeit?
Hörbücher, Lesungen, Radio. Und ich spreche auch ganz andere Rollen – Hilary Swank in Million Dollar Baby, Eva Mendes in ihren Filmen, Björk in Dancer In The Dark.

Anke Engelke spricht seit einigen Jahren Marge. Machen Sie die Aufnahmen zusammen?
Ganz am Anfang waren wir als Familie immer zusammen im Studio, Sabine Bohlmann, Norbert Gastell und Elisabeth Volkmann, die damals noch die deutsche Stimme von Marge war. Mittlerweile hat sich die Aufnahmetechnik so verändert, dass wir allein im Studio stehen. Schon ein bisschen schade.

Ist es eigentlich anstrengend, die Stimme so zu verstellen?
Auf Dauer natürlich schon ein bisschen, aber das ist auch eine Frage der eigenen Technik.

Wann waren Sie zuletzt auf einer Party, ohne auf Bart Simpson angesprochen zu werden?
Das war genau – nie. Natürlich will da immer jemand was: Machst du mir die Ansage auf meinem AB? Würdest du meinem Freund Geburtstagsgrüße auf Band sprechen? Aber hey, ist doch eine Ehre.

Machen Sie den Job nach 30 Jahren noch gern?
Klar. Ich habe Kinder. Es gibt ja nichts Cooleres, als wenn die Mama Bart Simpson ist.

Diese Wortschöpfungen aus den Simpsons stehen mittlerweile in den Lexika:

Der Ausspruch passt perfekt, wenn man sich irgendwo angestoßen, etwas Wichtiges vergessen oder sich mal wie­der blamiert hat. Und so hat es dieser Lieblingsausspruch von Homer – der im Deutschen mit einem einfachen »Nein!« übersetzt wird – 2001 ins Oxford English Dictionary geschafft.

Die sehr unfreundliche Bezeichnung für Franzosen tauchte bei den Simpsons zuerst 1995 auf. Später wurde dieser Schmähbegriff außerhalb der Serie so oft und umfassend verwendet, dass er 2007 ins Oxford Dictionary of Modern Quotations aufgenommen wurde.

In einer Folge von 1996 kommt dieser Begriff, den man im Deutschen wohl mit »Größe verleihen« übersetzen würde, zum ersten Mal vor – auf einer Statue des Springfielder Stadtgründers Jebediah Springfield. Seit 2018 steht das Wort im Lexikon Merriam-Webster.

Das Internet ist voll mit langen Listen von Dingen und Ereignissen, die bei den Simpsons haargenau vorausgesehen wurden, vom iPhone bis zum Computerspiel Farmville, vom Fifa-Korruptionsskandal bis hin zum Bankrott Griechenlands. Manches davon scheint – zumindest im Nachhinein – absehbar. Noch beeindruckender sind aber die Dinge, die die Simpsons gegen jede Wahrscheinlichkeit richtig vorhergesagt haben:

Der weiße Tiger greift an: In der Folge Vom Teufel besessen (1993) treten zwei deutsche Magier namens »Gunther und Ernst« mit einem weißen Tiger auf. Das Tier muss Pfeife rauchen und Einrad fahren – dann geht es auf die Magier los. 2003 greift ein echter weißer Tiger des echten Bühnenduos »Siegfried & Roy« während einer Show in Las Vegas den Magier Roy an und verletzt ihn schwer.

Trump im Oval Office: Die Simpsons-Folge Barts Blick in die Zukunft spielt in einer nicht genauer benannten Zukunft, ausgestrahlt wird sie im Jahr 2000. Lisa Simpson ist Präsidentin der USA und sagt im Oval Office den Satz: »Wie Sie wissen, haben wir von Präsident Trump ein ziemliches Loch im Budget übernommen.«

Die Übernahme: In der Folge Kennst du berühmte Stars? sieht man das Haupt­quartier der Produktionsfirma Fox, darüber prangt das berühmte »20th Century Fox«-Logo, darunter der Schriftzug: »Ein Unternehmen der Walt Disney Company«. 1998 war das ein Seiten­hieb gegen Fox, den Sender, auf dem die Simpsons laufen. 19 Jahre später kauft Disney tatsächlich Fox, für 71 Milliarden Dollar.

Parteiische Automaten: In einer Folge von 2008 versucht Homer vergeblich, an einem Wahlautomaten für den Präsidentschaftskandidaten Barack Obama zu stimmen. Immer wieder zeigt ihm der Automat an, dass er den Republikaner John McCain eingeloggt hat. Homer ruft: »Das kann doch in den USA nicht passieren! Vielleicht in Ohio, aber nicht in den USA!« Bei der echten Präsidentschaftswahl 2012 tauchte ein Video aus einer Wahlkabine in Pennsylvania auf, in dem ein Finger immer wieder auf den Namen Barack Obama drückt, während der Automat immer wieder den Kandidaten Mitt Romney einloggt.

Luftnummer
: 2012 seilt sich Lady Gaga bei den Simpsons auf einem Konzert aus der Luft ab, während Funken aus ihrem BH sprühen. Fünf Jahre später schwebt die Künstlerin in der Halbzeitshow des Superbowls tatsächlich auf ähnliche Art vom Stadiondach herab. Lady Gaga selbst hat nicht verraten, woher sie ihre Inspiration hatte.

2006 bewarb der britische Fernsehsender Sky One die 17. Simpsons-Staffel mit einem ungewöhnlichen Trailer: Jede Szene des berühmten Serien-Vorspanns wurde mit Menschen nachgefilmt. Ein ziemlich akribischer Akt der Verehrung, der zum Glück immer noch leicht im Internet zu finden ist.

Die Metal-Band Okilly Dokilly aus Phoenix, Arizona, widmet sich und ihre Musik vollständig der Figur Ned Flanders, und das mit so viel Erfolg, dass sie in diesem Jahr schon ihr zweites Album veröffentlichte. Ihre Musik nennt die Band »Heavy Nedal«.

Die erfolgreiche Punkband Fall Out Boy
aus Chicago ist benannt nach einer Figur, die innerhalb der Simpsons-Welt Held eines Comics ist. Die Band heißt so, weil sie zu Beginn ihrer Karriere auf einem Konzert das Publikum nach einem guten Bandnamen fragte. Ein Zuschauer brüllte: »Fall Out Boy!«, dabei blieb es.

Die Quatsch-Band Bloodhound Gang veröffentlichte 2005 den Song Ralph Wiggum, der Text besteht fast ausschließlich aus Zitaten der gleichnamigen Nebenfigur, die in der Serie regel­mäßig als besonders einfältiger Kerl auftaucht.

Als vor 30 Jahren die erste Folge im Fernsehen lief, war Bart ein elfjähriger Junge. Und er ist es bis heute. Keine der Simpsons-Figuren ist einen Tag älter geworden – aber ihre Vergangenheit ändert sich, indem sie immer wieder umgeschrieben wird. Beispiel: Marge und Homer haben sich auf der High School kennengelernt, das ist in mehreren Folgen zu erfahren. Die frühe Episode Wie alles begann erzählt die Geschichte so, dass sich die beiden 1974 begegnen, sie tragen Schlaghosen, Marge verbrennt ihren BH, im Radio läuft die Steve Miller Band. Bart, ihr Erstge­borener, ist demnach ein Kind der Siebzigerjahre. In der viel späteren Folge Die wilden Neunziger ist Homer wieder auf der High School zu sehen, wieder ist er frisch mit Marge liiert. Doch diesmal findet das Kennen­lernen in den Neunzigerjahren statt, Homer gründet mit Holzfällerhemd und No-Future-Attitüde eine Grunge-Band namens Sadgasm. Denkt man diese Logik weiter, wäre in etwa 20 Jahren eine Folge fällig, in der Homer während der High School zum Instagram-In­fluencer aufsteigt.

Hunderte Prominente haben sich im Lauf der Jahrzehnte bei den Simpsons selbst gespielt oder Figuren ihre Stimme geliehen. Die Gage für einen Gastauftritt beträgt einheitlich 400 Dollar. Am spannendsten sind die Auftritte, bei denen der Star gut versteckt wurde:­

Dustin Hoffman: Der Schauspieler sprach 1991 den Aushilfs­lehrer Mr. Bergstrom in einer der rührendsten und beliebtesten Simpsons-Folgen. Im Abspann taucht er nur unter Pseudonym auf.

Thomas Pynchon: Der 82-jährige Schriftsteller ist extrem öffentlichkeitsscheu – das aktuellste bekannte Foto von ihm ist mehr als 40 Jahre alt. Bei den Simpsons aber trat er zweimal auf. In einer Folge von 2004 steht er vor seinem Haus und bietet Passanten an, sich mit ihm fotografieren zu lassen, ein paar Monate später tritt er auf einer Party auf und rezensiert dort das Essen – auf dem Kopf jeweils eine braune Papiertüte mit Fragezeichen.

Banksy: Die Identität des englischen Künstlers ist bis heute ein Geheimnis. Für Die Simpsons kreierte er einen Vorspann, in dem er über die Produktionsbe­dingungen fantasiert: Koreanische Kinder müssen die Serie mithilfe giftiger Chemikalien kolorieren, aus geschredderten Eichhörnchen werden Simpsons-Puppen produziert, ein Einhorn liegt an Ketten und muss mit seinem Horn Löcher in Simpsons-DVDs stechen.

Michael Jackson: Der Musiker spielte 1991 einen dicken Verrückten, der in der Irrenanstalt sitzt und sich für Michael Jackson hält. Dass er es wirklich war, galt jahrelang als Gerücht und wurde erst 2018 von Matt Groening bestätigt. Seit Erscheinen der Dokumentation Leaving Neverland mit den Missbrauchsvorwürfen gegen Jackson wird die Folge nicht mehr wiederholt.

Liz Taylor, Jodie Foster und Carol Kane: Eigentlich kann Maggie Simpson nicht sprechen. Wenn sie es ausnahmsweise doch tut, übernimmt das jeweils eine sehr bekannte Stimme. Die große Elizabeth Taylor sprach Maggies offiziell erstes Wort: »Daddy.«

Prince: Sollte den Verrückten spielen, der sich jetzt nicht mehr für Michael Jackson, sondern für Prince hält. Er sagte einen Gastauftritt zu, las dann das Script – und lehnte ab.

J. D. Salinger: Nach Aussage des ehemaligen Simpsons-Sendungschefs Mike Reiss hält der öffentlichkeitsscheue Schriftsteller den Rekord für die schnellste Absage: Zwischen Anfrage und seinem »Nein« per E-Mail lagen demnach 45 Sekunden.

Clint Eastwood: Sollte den brutalen Zahnarzt Dr. Wolfe sprechen, der Lisa eine vorsintflutliche Zahnspange aus Stahl verpasst. Er lehnte ab, ebenso wie Anthony Hopkins, der den Part ebenfalls angeboten bekam.

George Lucas: Sollte einen verwirrten Kunden spielen, der im Comicbuchladen rumhängt und ständig Dinge über Star Wars erzählt, dabei aber erkennen lässt, dass er keine Ahnung hat, wovon er spricht.

Außerdem wurde jeder US-Präsident von Gerald Ford bis Barack Obama angefragt. Alle lehnten ab. Übrigens auch Michelle Obama.

Uter Zörker, dicker Austauschschüler aus Düsseldorf in Lederhose (in der deutschen Synchronisation ist Uter Schweizer):
»Ich will nicht laufen, ich bin voll mit Schoki!«

Fritz, deutscher Unternehmer, nach einem Schluck Duff-Bier:
»Ihr Bier ist wie Spülwasser für uns. Vielleicht ist das nicht das richtige Wort
ich mein, was bei uns die Schweine saufen.«

Baron von Herzenberger, als das FBI ihm von US-Soldaten gestohlene Gemälde zurückgibt:
»Bitte beeilen Sie sich mit dem Kunstmist, ich möchte
gern rechtzeitig zurück in Stuttgart sein, um mir die Gruppe Kraftwerk anzuhören.«

Bart, als er den deutschen Vertreter des Olympischen Komitees bloßstellen möchte:
»Ich spiele
jetzt eine ostdeutsche Frau. (Klebt sich einen Schnurrbart an.) Küss mich, oder ich zermalme dich!«