Einer trage ein bisschen von des anderen Last

Sich zu wenig um andere zu kümmern, ist verpönt. Zu viel aber auch. Unsere Autorin sucht den goldenen Mittelweg.

    Na, heute schon gekümmert? Bestimmt: um die gesunden Pausenbrote für die Kinder, um die Wäsche, um den Termin beim Facharzt, um einen neuen Babysitter. Kümmern, so kommt es einem ja vor, bestimmt das halbe Leben. Und manchmal das ganze. Ständig ist da was, was weggeschafft, besorgt, gehegt werden muss, die Großtante wartet auf den wöchentlichen Anruf, das Sonderangebot für die Urlaubsreise läuft morgen ebenso ab, wie die Ebay-Auktion für den nur sechs Monate alten Laptop. »Schatz, kannst Du die Spülmaschine ausräumen, ich muss noch schnell zum Einkaufen, sonst haben wir nichts zum Abendessen«. Wann lebt man eigentlich zwischen all der Kümmerei? Oder ist Leben kümmern?

    Wer traut sich noch den Sonntag dösend auf dem Sofa zu verbringen, wenn tausende Flüchtlinge von der Abschiebung bedroht sind und keine Unterkunft finden? Wenn die Kollegin mit einem kompliziertem Beinbruch im Krankenhaus liegt und schon eine SMS geschrieben hat: »Kommt ihr mich besuchen?« Wenn man dem Kind den Zirkusbesuch versprochen hat, weil man unter der Woche eh sowenig Zeit für die Kinder hat, denn von Montag bis Freitag muss man sich ja um seine Arbeit kümmern? Was bleibt, wenn man das Kümmern mal aus seinem Leben eliminieren könnte? Langeweile? Erleichterung? Faulheit? Oder doch eher schlechtes Gewissen?

    Wer sich zuwenig kümmert, gilt als roh und kalt. Wer sich zuviel kümmert, nervt andere leicht. Unbekümmert durchs Leben zu gehen, ohne ein Armleuchter zu sein, das wär's. In einem großen Artikel geht Susanne Schneider der Frage nach, wie das gehen könnte.

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    Ausgesorgt

    Die Kinder, der Hund, die alten Eltern: Ein halbes Leben muss man sich kümmern. Doch eines Tages hört das auf - und unsere Autorin wünschte, das würde sie nicht so bekümmern.

    Foto: kallejipp / photocase.de

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