Genug ist genug

Vor zwei Wochen haben sich an dieser Stelle sechs Frauen bei Spaghetti Bolognese über das andere Geschlecht unterhalten. Demnach sind Männer faule, sexuell unterbelichtete Wesen, die auch noch auf dem Klo lesen. Das schreit nach einer Replik.

    Also, Männer sind lausige Liebhaber und zu faul zum Putzen, sie haben keine Ahnung von Tischdekoration und romantischen SMS-Grüßen, und nach oben kommen sie nur durch Vetternwirtschaft. Das alles haben wir dem Gespräch der sechs Freundinnen in unserem vorletzten Heft entnommen. Mit diesen Vorwürfen können wir leben. Aber was Alma, Bea, Gemma und die anderen mit ihrer Bolognese-Soße anrichten, hat uns dann doch erschüttert. Worcestersauce? Fenchelsamen? Lammhack? Das kann doch nicht wahr sein. Zwiebeln im Mixer zerkleinern? Das Fleisch vor den Zwiebeln anbraten? Wo sind wir denn?

    Hier also unser Rezept

    Zutaten (für sechs Freundinnen):
    750 g Bio-Hackfleisch, nach Vorliebe vom Rind oder gemischt;
    vom Wochenmarkt:
    1 große Zwiebel,
    1 große Karotte,
    1/2 Knollensellerie (nicht Staudensellerie wie bei Bea),
    2 kleine Knoblauchzehen,
    gescheites Olivenöl,
    Meersalz,
    schwarzer Pfeffer aus der Mühle,
    300 ml guter Rot- oder Weißwein,
    1 Dose geschälte Tomaten (850 g, auf Qualität achten, italienische, z. B. San Marzano D.O.P.),
    1 EL Tomatenmark,
    1 Lorbeerblatt,
    frischer Thymian und
    Oregano

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    Zubereitung

    Hackfleisch aus dem Kühlschrank nehmen und Zimmertemperatur annehmen lassen. Zwiebel, Karotte, Sellerie ordentlich klein schneiden, Knoblauchzehen halbieren. Ein paar Schuss Olivenöl in einen großen Topf geben, erhitzen, Zwiebel, Karotte, Sellerie, Knoblauch rein, bei mittlerer Hitze, unter ständigem Rühren, 5 Minuten ziehen lassen. Das Hackfleisch salzen, pfeffern und 5 Minuten, ohne zu rühren, durchbraten (das Gemüse dabei nicht anbrennen lassen), dann erst umrühren. Nach etwa 10 Minuten mit Wein ablöschen, einziehen lassen, Tomaten, Tomatenmark und Lorbeerblatt dazugeben. Bei niedriger Temperatur lange köcheln lassen – 2 bis 3 Stunden (wobei Kollege W. der Meinung ist, dass jede Bolognese-Soße, die unter 6 Stunden köchelt, allenfalls im Schulhort serviert werden könne). Immer wieder mal umrühren, falls nötig ein bisschen Wasser dazu, in den letzten 20 Minuten die Nudeln kochen (Orecchiette bitte, die nehmen die Soße viel besser auf als Spaghetti). Frischen Thymian und Oregano zur Soße geben (falls Sie nur getrocknete Kräuter haben, kommen die gleich am Anfang mit den Tomaten dazu) und ein bisschen vom aufgefangenen Nudelwasser, fertig.

    Und zum Nachtisch
    Liebe Freundinnen aus Heft 9, noch zwei Bemerkungen. Erstens: Männer müssen nicht immer diese ignoranten Vollidioten sein, halb Kretin, halb Affe, als die ihr sie in eurer Unterhaltung darstellt. Und zweitens: In eine anständige Bolognese gehört Wein und nicht Brühe, Herrschaftszeiten!

    Foto: Photocase/flobox

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