Mütter & David Beckham

Zwei, die nicht miteinander können.

Doll! Im WM-Jahr lässt sich Adidas nicht lumpen und verkauft seinen offiziellen WM-Schuh Warrior Plus Predator Absolute noch ein bisschen teurer als die übrigen Modelle, die zweimal jährlich neu rauskommen. Diesmal kostet der Schuh also 200 Euro statt wie sonst 185. Natürlich hat mein Sohn David Beckham schon in diesem neuen Schuh gesehen und er will ihn haben, so wie er alle haben will, die Beckham trägt. Dabei ist David Beckham schon lang nicht mehr so wichtig wie noch vor ein paar Jahren, aber die Werbemaschinerie ist immer noch fantastisch und jeder Schuh doch so viel besser als der vorhergehende - man bedenke nur die »X-Traxion Clip In Technologie für optimale Griffigkeit auf tiefen Böden«. Und als Mutter stehe ich auf verlorenem Posten, allein mit Worten kämpfend gegen eine gigantische weltumspannende Werbe- und Imageindustrie, und sage: »Kind, Adidas zahlt Beckham jedes Jahr 2,5 Millionen Euro, damit er diese Schuhe trägt, und trotzdem muss er sparen. Kürzlich wurde er dabei erwischt, wie er für seine drei Söhne ausgerechnet Nike-Turnschuhe kaufte. Und zwar in einem Discount-Laden, da sparte er glatte 36 Euro. Mir aber zahlt Adidas keinen Cent.« Mein Sohn rechnete. Okay, sagte er, mit dem Tiempo Air Legend von Nike könne er auch leben, den trage immerhin Ronaldinho und mit etwas Glück gehe der Schuh als Schnäppchen für 100 Euro her. Und ausnahmsweise sei er damit einverstanden. Hoffentlich fliegen England und Beckham gleich in der Vorrunde raus! Und Ronaldinho und die Brasilianer gleich mit.
Fotos: dpa, afp

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