»Ich fühle mich zu den Schatten hingezogen«

Haris Epaminonda ist 1980 in Nikosia, Zypern, geboren und lebt heute in Berlin. Sie hat sich auf die Collagentechnik spezialisiert und zum Beispiel Denkmäler zerschnitten.

»Ich kann nicht genau erklären, was meine künstlerische Arbeit geformt hat. Ich bin überzeugt davon, dass meine Kindheit, der Ort, an dem ich aufgewachsen bin, und die Menschen, die mir nahe waren, einen Einfluss gehabt haben müssen. Und trotzdem sehe ich mich nicht imstande zu ergründen, warum mich heute diese oder jene Stimmung anzieht. Persönliche Geschichten verändern sich im Laufe der Zeit. Ich bin in Nikosia aufgewachsen, umgeben von meiner Familie und meiner Großmutter. Ich erinnere mich an viele Sommer, die wir am Strand oder in den Bergen verbracht haben, mit Freunden und meinen Cousins. Nach all den Jahren, die ich jetzt im Ausland lebe, fühle ich mich immer noch sehr zu meinem Geburtsort hingezogen, zu diesen Erinnerungen, der brennend heißen Sonne, den Schatten – den langen und dunklen Schatten, die viele Enden und neue Anfänge zu zeichnen schienen.«

Porträtfoto: Javier Folkenborn

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