Den Zander können Sie sich schenken

Teil 2 von Hans Gerlachs Weihnachtsmenü: Ein einfaches Rezept für Fisch oder, als vegetarische Variante, für Austernpilze. Der Clou: Beides wird in einer gefalteten Schachtel aus Backpapier gegart. Keine Panik, kriegen Sie hin.

Die warme Vorspeise für mein Probier-doch-mal-Weihnachtsmenü macht wenig Arbeit, aber viel Eindruck. Wie im ganzen Menü gibt eine vegetarische Version und eine für Omnivoren, beide werden in einer selbst gefalteten Schachtel aus Backpapier gegart.

Keine Sorge: Wer schon einmal einen Papierflieger gebastelt hat, der wird sicher auch die kleine Schachtel aus Backpapier ohne Schwierigkeiten falten. Diesen Teil der Vorbereitungen können deshalb Kinder – falls welche zur Hand sind – sehr gut übernehmen. Und falls die Kleinen mit Spaß bei der Sache sind, kann Papierfalten sogar eine Lebensaufgabe werden. Sogar am Massachusetts Institute of Technology gibt es einen Club an Origami-Enthusiasten.

Meine Backpapier-Schachteln fülle ich nach Lust und Laune mit verschiedenen Zutaten, mit Fisch und Gemüse habe ich sehr gute Erfahrungen gemacht. Die Zutaten sollten eher zart sein, damit die Garzeit nicht zu lang wird. In der Schachtel kann das vorbereitete Essen dann sanft im eigenen Dampf garen. Das Prinzip ist nicht neu: Paul Bocuse zum Beispiel, der vor einem Jahr verstorbene Hohepriester der französischen Küche, pflegte Hühner in Schweineblasen zu verpacken und darin auf eine ganz ähnliche Weise zu garen. Aber die Idee, Schweineblasen durch Origami-Schachteln zu ersetzen, ist tatsächlich von mir – glaube ich zumindest. Die gefüllten Schachteln lassen sich bis zur Verwendung sehr gut im Kühlschrank aufbewahren. Einfach eine Viertelstunde bevor Fisch – oder in der Veggie-Version Austernpilze – serviert werden sollen, in den Ofen schieben, heiße Schachtel auf die Teller setzen, fertig. Natürlich könnte man das kleine Gericht auch einfach in Backpapier oder Alufolie einschlagen, es schmeckt genauso gut – aber das ist einfach nicht so hübsch.

Die Faltanleitung in sechs Schritten

Origami-Zander mit Kichererbsen und Loomi-Limette
Für 4 Personen

  • pro Person 80 g Zanderfilet ohne Haut und Gräten oder 3-4 Austernpilze
  • Salz, Pfeffer
  • 1 Bund Lauchzwiebeln
  • 100 g Butter
  • 150 ml Champagner o.ä.
  • 240 g gekochte Kichererbsen (Glas)
  • 1/2 Bio-Zitrone
  • 1 Loomi-Limette (gibt's zum Beispiel hier) oder: 1 TL frisch geriebene Limettenschale
  • Außerdem: Backpapier

Fisch und Kichererbsen vorbereiten
Zanderfilet leicht salzen. Die Stiele der Austernpilze abschneiden, die Pilze in einer leicht geölten Grillpfanne von beiden Seiten insgesamt 4 Min. grillen – ohne Grillpfanne tut es auch eine normale Pfanne, dann mit etwas Butter braten. Lauchzwiebeln putzen, die hellen Teile in 2 cm lange Stücke schneiden, die dunkelgrünen Teile in feine Ringe schneiden. Lauchzwiebelstücke mit Champagner bei großer Hitze kochen, bis die Flüssigkeit zu einem Sirup wird. Kichererbsen mit etwas von ihrer Kochflüssigkeit zugeben, würzen und mit einer Gabel grob zerdrücken. Zitrone mit Schale in hauchdünne (!) Scheiben schneiden.

Fisch und Gemüse einfüllen
Den Backofen auf 200 Grad Umluft vorheizen. Etwas Butter halb schmelzen – dabei rühren, so dass Sie die Butter sofort vom Herd nehmen können, wenn sie cremig aber noch nicht flüssig ist. Die Schachteln jeweils großzügig mit Butter auspinseln. Kichererbsen in die Schachteln verteilen. Ein Stück Zander oder 3-4 Austernpilze und jeweils einige hauchdünne Zitronenscheiben hineinlegen, den Fisch ebenfalls mit Butter bepinseln. Die Loomi-Limette mit einer feinen Reibe großzügig über den Fisch reiben, oder geriebene Limettenschale darüber geben. Mit Lauchzwiebelringen bestreuen. Die Schachtel schließen und im Ofen 12-16 Min. garen. Den fertigen Origami-Zander oder die fertigen Origami-Austernpilze in der Schachtel mit einem Pfannenwender vom Blech nehmen und auf Teller setzen – erst am Tisch öffnen.

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