C wie Cunnilingus, C wie Cumshot, C wie die Chinesische Schubkarre mein
Gott, was für Möglichkeiten! Und dieser verklemmte Typ schreibt ausgerechnet
über C wie Charme wie feige! Was für eine Themaverfehlung! Das haben Sie
doch eben gedacht, oder?

Dabei hat Charme eine Menge mit Sex zu tun, vielleicht nicht mit dem
Eigentlichen Rein-raus-Akt, aber ganz sicher mit dem Weg dahin. Charme, das
heißt in Bezug auf Sex in erster Linie, über einen Umweg ans Ziel zu kommen,
nicht weil der länger, sondern weil er spannender ist. Ein Schinkenbrot
schmeckt ja auch besser, wenn man vorher drei Tage nichts gegessen hat.
Letztlich ist Charme die Art, einen Menschen dazu zu bringen, Ja zu sagen,
obwohl er eigentlich Nein sagen will.

Ein Beispiel: Ein Freund von mir hat monatelang an einer Frau herumgegraben,
die viel zu gut für ihn aussah. Er war fest davon überzeugt, dass sie schon
noch merken würde, dass es sich hier um Liebe handle. Er lud sie zum
Franzosen und ins Wellnesshotel ein, er bastelte, dichtete, pflückte
Wiesenblumen für sie. Ohne Erfolg. Selbst wenn er keine Geheimratsecken wie
Geo-Dreiecke gehabt hätte sie wollte einfach nicht. Eines Abends, es
regnete seit Stunden in Strömen, hatte mein Freund eine Idee, die er für
hervorragend hielt: Nur im Hemd lief er zwei Kilometer von sich zu ihr,
klingelte und lächelte. Als sie öffnete, sagte er: "Ich war gerade überhaupt
nicht in der Gegend und dachte, ich schau mal vorbei."

Die Frau lachte und bat ihn herein. Er hatte gewonnen.

Wenn eine Frau lacht, hat sie sich ergeben. Die beiden hatten noch am selben
Abend Sex, eine Woche später ein zweites und drittes Mal, dann nie wieder.
Eine Sache hatte mein Freund nicht bedacht: Charme öffnet Türen, ersetzt
aber auf Dauer keine Leistung.

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