Japanische Hautcreme

Japan ist dem Rest der Welt ästhetisch überlegen. Das ist der dort verbreiteten Praxis zu verdanken, sich einem Ziel nicht auf die schnellste, dafür aber auf die ansprechendste Art zu nähern: durch Versenkung. In der meisterlichen Literatur von Yasushi Inoue klingt das so: »Der Hira-Berg ist von unbestreitbarer Schönheit. (…) Ich sitze auf der Veranda und niemand beobachtet mich, ich blicke auf den See, betrachte den Hira-Berg.« Dann passiert ganz lange gar nichts. Schnörkellos, wie sie erzählen, gehen die Japaner danach auch auf den Berg. Stets mit im Gepäck: eine Tube Yu-Be (30 g um 19 Euro.), deren sachliches Rezept aus dem Jahre 1957 selbst die aparte Sumiyo Tsuzuki überzeugte, die das Glyzerin-Kampfer-Gemisch mit ordentlich Vitamin B2 als Hautcreme gleich auf den Mount Everest mitnahm, und zwar (als erste Japanerin) von der unwirtlichen Nordseite aus. Der Duft lässt manche von Wick Vaporub de luxe sprechen. Wir hingegen reden nur noch von der Yu-Tube.

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