Seife von Pears

Über 5000 Jahre ist die Seife alt, aber jeden Morgen in der Badewanne so jung wie der Tag. Ihr flüchtiger Duft ist dem immer aufdringlicheren Parfum der Duschgelwelt unbedingt vorzuziehen. Das subtile Gemisch aus Fett und Asche (bzw. der daraus gewonnenen Lauge) wird normalerweise gesiedet, am besten aber kalt (knapp über Körpertemperatur) gerührt, dann bleibt das pflegende Glyzerin erhalten. Und obwohl bereits die Römer um ihre reinigende Wirkung wussten, kam die Seife erst durch das Sauberkeitsgebot des Bürgertums im 19. Jahrhundert richtig in Mode. Damals blickte man nach Marseille, wo seit dem Sonnenkönig Louis XIV. per Dekret die feinsten gesiedeten Seifen der Welt hergestellt wurden, aus Olivenöl als Fett und Sodakraut als Asche. Heute greift der Purist, dem zum Beispiel das weiße Stück LUX Schönheitsseife – bekannt durch die Dietrich – zu milchig ist, ganz klar auf PEARS (Seifenstück über www.manufactum.de, um 3 Euro) zurück. Andrew Pears entwickelte 1807 in London diese erste durchsichtige Seife der Welt, und das amberfarbene reine Oval duftet seitdem unverändert wie ein wilder englischer Garten: nach Thymian, Zeder und Rosmarin. That’s decency.

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