Surfstrände in Kalifornien

Hier gehen die Menschen früh zu Brett: Echte Wellenreiter zieht es schon morgens raus, noch vor der Arbeit (aber nach der Arbeit natürlich gleich wieder) (und ja, oft auch stattdessen).

Eine kleine Reisewarnung vorneweg: Beim Wellenreiten (oder Schwimmen) an den hier empfohlenen Stränden könnten Sie auf Weiße Haie treffen. Die sind vor der kalifornischen Küste streng geschützt und gar nicht mal so selten. Aber keine Sorge, spätestens nach einem Probebiss verliert der Hai die Lust und dreht ab. Die Wahrscheinlichkeit, von einem Hai angegriffen zu werden, liegt nur bei etwa eins zu einer Million.

Am besten hält man es also wie die Beachboys: Die meiden die Dämmerung, gehen nicht mit offenen Wunden baden und versuchen im Wasser so wenig wie möglich wie eine Robbe auszusehen. Hoch dagegen ist die Wahrscheinlichkeit, im Wasser auf niedliche Seeotter, Seelöwen, Delfine oder gar Blau-, Grau- oder Buckelwale zu treffen. Am häufigsten sieht man zwischen San Francisco und San Diego allerdings Surfer im Wasser. Mit Surfen meinen die Amerikaner nicht das Windsurfen, sondern das Wellenreiten, das in Kalifornien so verbreitet ist wie bei uns Fußballspielen und das auch Hausfrauen und Rentner lieben. Die ergrauten Männer haben die Surfkultur in den 50er-Jahren erfunden und stehen auch heute noch sonnengegerbt, wenn auch etwas wackelig, auf dem Brett.

Unangenehm kann es werden, wenn man als Surftourist einem Einheimischen die Wellen streitig macht oder unbeholfen durch die Brandung geschleudert wird. Dann wechselt der kalifornische Sunnyboy vom Smalltalk zu deftigen Beleidigungen. Die größten Wellen überlässt man also lieber den Profis und sieht beim Picknick vom Strand aus zu.

(1) Fort Point, San Francisco An der Golden-Gate-Brücke. 1-a-Fotomotiv, nah zur City.

(2) Mavericks, Half Moon Bay Draufgänger? Wellen ab 4 bis 20 Meter, Felsen, Weiße Haie.

(3) Steamer's Lane, Santa Cruz Hübsche Stadt, Sitz der Surf-Industrie. Die Welle namens »Steamers Lane« bricht an einem Kliff. Zu wild? Surfmuseum gleich beim nahen Leuchtturm ansehen.

(4) Pleasure Point, Santa Cruz Anfänger und Longboard-Surfer, Hotel: »Pleasure Point Inn«, 2-3665 East Cliff Drive.

(5) San Carpoforo Creek Am Highway Number 1, der schönesten Küstenstraße der USA, bei Big Sur. Trampelpfad beim Ortsschild folgen.

(6) Rincon Point, Ventura Je weiter man der Landzunge folgt, desto schöner. Meerblick-Villa für 8 Personen, 3500 $ die Woche, Tel. .

(7) Malibu Hier surften schon Cameron Diaz und Matthew McConaughey. Viele Grauwale.

(8) La Jolla Bay, San Diego Schöne Buchten und die eine oder andere gute Welle. Gute, nicht ganz preiswerte kalifonische Küche mit schönem Meerblick bei: »George's at the cove«.

Weitere empfehlenswerte Strände:

Ocean Beach, San Francisco Fünf Kilometer Strand und somit genug Platz für alle, die Wellen brechen über Sandbänken. Parkplätze am Ende der Sloat, Lincoln und Taraval Street.

Four Mile, Santa Cruz An einer Landzunge gelegen (was oft sehr gleichmäßig und schön brechende Wellen zur Folge hat), gut besucht, da der Spot sehr nah zur Surf-Hauptstadt der USA, Santa Cruz, liegt - genau genommen sechs Kilometer westlich davon. Ob die Wellen gut sind, erkennt man schon beim Parken: Viele Autos und Surfer bedeutet: ein guter Tag.

Andrew Molera State Park, Big Sur River Von San Francisco kommend gleich oberhalb der Mündung des Big Sur Rivers. Dieser Tipp stammt von dem Big-Wave-Surfer Joao von http://www.maverickssurf.com. Joa schreibt dazu:"Right off the Highway is a beautiful place to visit and it is a secret spot that can really turn on! Monarch butterflies breed in some of the park's trees and abundant wild life and flora inhabit the area. Where the park meets the ocean an amazing beachbreak with a right-hand pointbreak can be found. It is protected from North winds and can get very good! This spot is extremely scenic and in touch with Nature."
Miramar, Santa Barbara Anfängerwelle, besser in den Wintermonaten, kann aber im Sommer gut sein. Parkplätze an der Eucalyptus Lane in Montecito.

California Street, Ventura Schöne, nicht zu anspruchsvolle Welle an einer Landzunge. Nette Einheimische. Hoteltipp (preiswerte Zimmer mit Kamin und Balkon zum ruhigen Innenhof): The Clocktower Inn.

Tourmaline, San Diego Sehr schöner Strand am Fuße von Klippen gelegen, für Longboarder und Anfänger. Nette Hotelzimmer mit Kochzeile: Diamond Head Hotel.

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Lesetipp: The Stormrider Guide North America

Illustration: Zsuzsanna Ilijin

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