»Da war doch ein Praktikant am Werk!«

Bis vor kurzem war es ziemlich aufwendig, Menschen im Internet zu beleidigen. Wütende Kommentatoren mischten ihre Beiträge gleich aus mehreren Zutaten zusammen: aus ein paar falschen Tatsachenbehauptungen, Rechtschreibfehlern, vielen Großbuchstaben und am Ende noch einer Handvoll Ausrufezeichen. Mittlerweile geht es einfacher. Und subtiler. Wer dem Autor eines Textes alle Kompetenz entziehen, einen Artikel als niveaulos, banal und nichtig bloßstellen möchte, tippt einfach: »Das hat doch euer Praktikant geschrieben.«
Der Satz ist zu dem Lieblingsvorwurf der Pegidisten geworden, der Lügenpresse-Rufer, egal ob auf Facebook oder auf Twitter. Und das vermeintliche Schimpfwort breitet sich aus. Nachdem in Reutlingen ein Mann mit einer Machete um sich geschlagen hatte, schrieb ein angeblicher AfD-Verband bei Twitter: