»Wir müssen viel, viel schneller vorankommen«

Al Gore im Interview über seinen langen Kampf für den Klimaschutz, seine inzwischen auf 400 000 Folien angewachsene Präsentation und seinen neuen Gegner im Weißen Haus.

Als Al Gore, einst der Vizepräsident, dann der Nahezu-Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, Anfang August in Berlin das SZ-Magazin zum Interview trifft, hat er eine langen Weg hinter sich.

Nicht nur die Werbe-Tour für »Immer noch eine unbequeme Wahrheit«, den neuen Dokumentarfilm, der ihn bei seinem Engagement für den Klimaschutz begleitet, hat ihn rund um die Welt geführt.

Dieser Film, der am 7. September in den deutschen Kinos startet, ist ja vor allem ein Nachweis der unendlichen Reise, die Gore seit nunmehr zwanzig Jahren auf alle Kontinenten führt und für die er unzählige Flugmeilen gesammelt und selbstredend ausgeglichen hat.

Seit zwanzig Jahren hält Al Gore einen Vortrag nach dem anderen zum Zusammenhang zwischen CO2-Ausstoß und der Erderwärmung, eine Art Dia-Show: in seiner Scheune auf der heimischen Farm in Tennessee gestartet, ist er heute ein multimediales Event.

400 000 Folien besitzt Gore mittlerweile, jeden Tag setzt er sich an seine Präsentation, die ein Dokument der fortschreitenden Zerstörung unseres Planeten ist. »Diese Diashow ist wie ein Tagebuch für mich geworden, ein Tagebuch des Weltklimas«, sagt Gore nun im Interview mit dem SZ-Magazin, »sie gibt mir das Gefühl, nie tatenlos zu sein.«

Auf die Frage, ob er immer noch daran, dass sich alles zum Guten wende, sagt Gore: »Ich weigere mich, meinen Optimismus aufzugeben. Weil die neuen technischen Möglichkeiten unsere Welt so schnell verändern und uns alle Möglichkeiten geben, die Co2-Emissionen zu senken. Aber wir müssen viel, viel schneller voran kommen«, sagt er.

Und doch kommt man nicht umhin, auch Gores persönliches Drama im Ende des neuen Dokumentarfilms zu sehen: Erneut stoppt ihn ein denkbar knapp und umstritten gewählter Republikaner so kurz vor seinem übergroßen Ziel. Es muss doch zum Verzweifeln sein?

Im SZ-Magazin-Interview erzählt Gore, wie entbehrungsreich und mühsam sein Weg als Klimaretter bis heute ist und erklärt, welche Entwicklungen ihm aktuell trotzdem noch Hoffnung machen. Gore berichtet auch von dem denkwürdigen Gespräch, das er mit Donald Trump führte, um ihn von seinem fatalen Schritt aus dem Klimaabkommen abzuhalten.

Lesen Sie das gesamte Interview mit SZ Plus:

"Alles andere als die Welt zu retten, wäre unmoralisch"

Vor gut zehn Jahren lief "Eine unbequeme Wahrheit", die Dokumentation, die Al Gore zum Oscar- und Nobelpreis-Gewinner machte - und zum Aktivisten gegen die Erderwärmung. Jetzt startet sein Film "Immer noch eine unbequeme Wahrheit". Ist es schon zu spät?

Foto: AFP

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