Sagen Sie jetzt nichts, Boy

Mit dem Song »Little Numbers« wurden die zwei Mädels der Band »Boy« weltbekannt. Im Interview ohne Worte geht es um ihren außergewöhnlichen Musikstil und Rituale vor Konzerten.

    Geboren 28. Oktober 1985 in Zürich (Valeska Steiner), 30. November 1976 in München (Sonja Glass)
    Beruf Musikerinnen
    Ausbildung Hochschule für Musik und Theater in Hamburg (beide)
    Status Verschnaufpause für Hipster

    Sie haben ausverkaufte Tourneen gespielt, waren in der Schweiz, in Japan, den USA und Kanada. Ihre Songs standen in den Top Ten der deutschen Verkaufscharts, man hörte sie dauernd im Radio, in Geschäften, im Kino, sogar die Lufthansa schnappte sich ein paar Takte für einen Werbespot. Sie könnten mit Sonnenbrillen im Gesicht reinrauschen und zack-zack einen Pressetermin hinter sich bringen. Stattdessen stehen Valeska Steiner und Sonja Glass aufgeregt vor der Kamera und diskutieren, ob ihre Gesten im SZ-Magazin womöglich arrogant wirken könnten. Zwei Mädchenfrauen, die immer noch darüber staunen, dass in den entlegensten Winkeln der Welt Menschen ihre Songs mitsingen. Ihr erstes Album Mutual Friends haben Boy, wie sich das Duo nennt (nein, dazu gibt es keine Geschichte), auf zwölf Quadratmetern aufgenommen, im Kinderzimmer ihres Produzenten. Das war 2011. Der Platz reichte, um den Ohrwurm Little Numbers zu produzieren, der mehr als 14 Millionen Mal auf Youtube geklickt wurde. »Nachmittagsmusik« nannten die beiden damals ihre eingängigen Popsongs. Auf dem neuen, zweiten Album We Were Here ist die Musik nächtlicher. Wer sie live hören will – Boy sind im Herbst zuerst in Deutschland und dann in den USA auf Tournee.

    Fotos: Axel Martens

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