Können Sie sich eine Rückkehr in die Bundesliga vorstellen, Ann-Katrin Berger?

Die Fußball-Nationaltorhüterin Ann-Katrin Berger im Interview ohne Worte über Selbstliebe, die Coolness von schwäbischem Essen und was ihr Zuversicht gab, als sie an Schilddrüsenkrebs erkrankt war.

Geboren: 9. Oktober 1990 in Göppingen
Beruf: Torhüterin des Gotham FC in New Jersey / New York und des deutschen Frauenfußball-Nationalteams
Ausbildung: Gesundheits- und Krankenpflegerin
Status: Titanin

Die Szene, mit der Ann-Katrin Berger diesen Sommer einen Platz im globalen Fußballgedächtnis eingenommen hat, kann man sich nicht oft genug anschauen: EM-Viertelfinale gegen Frankreich, Deutschland spielt in Unterzahl, Kopfball von Janina Minge in der 103. Minute, blöderweise gefährlich aufs eigene Tor. Berger hechtet nach hinten und wischt den Ball im Fallen mit der linken Hand weg. Wie bitte ging das? »Reaktion und Instinkt«, sagte Berger später typisch unaufgeregt. Wirbel um ihre Person ist nicht so ihr Ding. Aber weil Berger nach dieser Parade dann auch noch im Elfmeterschießen zwei Schüsse abwehrte und einen selbst verwandelte, ließ sich das kaum vermeiden. Als es noch unüblich war, verließ Ann-Katrin Berger 2014 die Bundesliga und spielte für Paris Saint-Germain, Birmingham City, den FC Chelsea und nun Gotham FC in den USA. Im November 2018 berief Horst Hrubesch sie ins Nationalteam, vor Olympia 2024 machte er sie zur Nummer eins, dieses Jahr wurde sie zum zweiten Mal als Deutschlands Fußballerin des Jahres ausgezeichnet. Ihre beste Trophäe aber ist, wie sie selbst sagt, die Engländerin Jess Carter, ihre Verlobte und Teamkollegin bei Gotham FC. Und ihr größter Sieg wohl, dass sie 2017 und 2022 Krebs überwand und es wieder auf den Platz schaffte. Am 28. November und 2. Dezember spielt sie um den Titel in der Nations League gegen Spanien, von ihrer Lebensgeschichte erzählt Berger in der Autobiografie Das Spiel meines Lebens: Wie ich den Krebs besiegte und Deutschlands beste Torhüterin wurde, die gerade erschienen ist.