Sagen Sie jetzt nichts, Laura Tonke

Die Schauspielerin über wahre Freude, eine Geste, die sie gern los wäre und die Rolle, die sie niemals spielen würde.

Geboren 14. April 1974 in Berlin
Beruf Schauspielerin
Ausbildung Studium Theaterwissenschaften (abgebrochen)
Status Steckt nicht fest

Laura Tonke spielt, seit sie 16 ist. Der erste Film hieß Ostkreuz, ein Kritikererfolg, aber kein Kinohit. Nach diesem Prinzip ging es für sie weiter, sie war das Skihaserl Nina in Tom Tykwers Winterschläfer, Gudrun Ensslin in Baader, die einsame Nele in Junimond: viel Kritikerlob, kein Durchbruch. »Ich habe mir das immer ganz anders vorgestellt«, sagte Laura Tonke 2015 in der Dokumentation Mädchen am Sonntag: »Dass ich mit 18 schon ein Superstar bin und mit zwanzig nicht mehr weiß, wohin mit dem Geld, und mit 21 überlege, ein Parfum zu kreieren. Und dann habe ich mit 21 festgestellt, dass ich über ein Jahr lang gar nichts gearbeitet habe.« Umso klarer war ihr, dass die Hauptrolle in Hedi Schneider steckt fest lebensverändernd sein könnte. Sie wollte sie unbedingt haben, und sie bekam sie. Bingo: Deutscher Filmpreis 2016 als beste Hauptdarstellerin. Und gleich auch noch als beste Nebendarstellerin (in Mängelexemplar). Jetzt wird sie auch auf den großen Partys gegrüßt. Am 31. Mai läuft Zwei im falschen Film an, Tonke ist Heinz, eine Frau, die mit ihrem Mann eine Geschwisterbeziehung führt. Erst etwas klamaukig, dann geht es einem total ans Herz. Weil Laura Tonke es macht, wie sie es immer macht: Sie ist sie selbst, offen, witzig und enttäuscht, und spielt trotzdem eine Rolle.

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