Geboren 3. Oktober 1981 in Rabat, Marokko
Beruf Schriftstellerin und Journalistin
Ausbildung Studium Politikwissenschaften und Medien an der Sciences Po, Paris
Status Freie Frau
»Die Frau, die niemandem gehört, muss noch erfunden werden«, sagt Leïla Slimani, eine der wichtigsten literarischen Stimmen Frankreichs. Sie widmete ihr Leben der Suche nach weiblicher Freiheit. In Marokko, wo sie geboren und aufgewachsen ist, schweigt man über Sex – also reiste Slimani hin. In ihrem Buch Sex und Lügen gibt sie Prostituierten, Ärztinnen und Wissenschaftlerinnen eine Stimme, lässt sie reden über Lust und Vergewaltigung. Im Sinne der Phädra, einer ihrer Heldinnen: »Jetzt, da ich das Schweigen gebrochen habe, lasst uns weitermachen!« Als Mutter und Bestseller-Autorin muss Slimani viele Ansprüche und Aufgaben jonglieren. Sie hat gelernt, Nein zu sagen. Und sie ermutigt auch andere Frauen zu mehr Egoismus. Frauen sollten sich vom Nettsein verabschieden, ihr inneres »Schneewittchen erdrosseln«. 2017 wollte der französische Präsident Emmanuel Macron sie zur Kulturministerin ernennen, sie lehnte ab, hatte »keine Lust«. Slimani fühlte sich oft fremd, in Marokko sei sie zu französisch, in Frankreich zu marokkanisch, sie attestiert sich eine »Nichtidentität«. Mit ihrem neuen Buch Trag das Feuer weiter schließt sie eine Romantrilogie über drei Generationen einer Familie ab, die Züge ihrer eigenen Geschichte trägt. Sie habe fast vergessen, selbst zu leben, weil sie sich so stark mit ihren Protagonisten beschäftigt habe. Das werde sie jetzt ändern.









