Taschenhotel

    Herr Thun, halten Sie einen Schlafsack zum Aufpumpen für eine sinnvolle Anschaffung?
    Auf jeden Fall: Er kann das Gästezimmer ersetzen. Wer kann es sich heute noch leisten, Wohnraum dafür zu verschwenden, dass ab und zu Besucher über Nacht bleiben?
    Finden Sie es nicht ein wenig großspurig, eine Luftmatratze plus Schlafsack »Hotel« zu nennen?
    Überhaupt nicht. Das Taschenhotel ist mehr als nur ein Produkt, es könnte auch ganz neue Möglichkeiten in ein Hotelzimmer bringen.
    Sie scherzen.
    Keineswegs. Ich bin ganz begeistert von der Idee. Gucken Sie sich doch die Zimmer bis zur Drei-Sterne-Kategorie an. Ein Bett, ein Schrank, ein Stuhl – und das Zimmer ist voll. Mit einem flexiblen Schlafplatz könnte man kleinste Räume auch tagsüber optimal nutzen: zum Wohnen, Arbeiten oder für Yoga-Übungen.
    Klingt gut, aber leidet auf so einer Matratze nicht die Gesundheit?
    Nein, eine mit Luft gefüllte Matratze passt sich widerstandslos der Körperform an und verhindert Verspannungen besser als Schaumstoffmatratzen oder Wasserbetten. Matteo Thun, Designer und Architekt. Links: Das »Taschenhotel«, designt von Camakarma, um 400 Euro.

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