Teewagen

    Herr Kries, der Teewagen ist wieder zurück. Warum?
    In den sechziger Jahren hatten viele Möbel Rollen, bunte Plastikcontainer für Büromaterial zum Beispiel. Das Design aus den Sixties ist schon länger wieder sehr beliebt. Zuerst kaufte man Lampen und Tische aus der Zeit, jetzt halt Teewagen.
    Wofür braucht man die genau?
    Um Freunde zu bewirten. Ich glaube, die Wenigsten schieben damit wirklich Teetassen rum. Man kann zum Beispiel sehr gut die Vorspeise darauf servieren. Oder ihn als Hausbar verwenden. Aber das ist eigentlich schade, da steht er dann nur in der Ecke und verstaubt.
    Ist das nicht schrecklich bieder?
    Nein. Das ist Esskultur, auf die jetzt wieder Wert gelegt wird. In den neunziger Jahren sind alle in Restaurants Essen gegangen. Das können sich die Leute heute meist nicht mehr leisten. Sie sind öfter zu Hause und spielen den Gastgeber – sie laden einfach wieder gern Freunde zum Essen ein. Der Teewagen verbindet Design und eine gewisse Bürgerlichkeit. Das können nicht viele Möbel. Mateo Kries leitet das Vitra Design Museum in Berlin.

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