Der Weg zur Alm war mit Käse gepflastert, gebadet wurde in Milch. Viel Wein, viel Weib – das volle Programm eben. Bis eine gewaltige Flut dem Ganzen ein Ende setzte »und das Wasser sogleich zu Eis erstarrte«. Das ist die Sage von der Übergossenen Alm. Lange, lange her. »Muss furchtbar schlimm gewesen sein«, staunt David, sechs Jahre alt. »Weil immer noch so viel Schnee übrig ist.« Es ist sein erster in diesem sogenannten Winter. Statt mit Käse sind die Wege hoch hinauf mit neuzeitlichem Kunst-schnee gepflastert, auch hier in Dienten (Dialektfalle: »Därnten« gesprochen) am Fuße des Hochkönigs. Der Name unseres Hotels wurde der Sage entnommen, die den Ursprung des Gletscherfeldes über uns erklärt: ÜBERGOSSENE ALM. Ein Vier-Sterne-Haus, groß genug, um am Wochenende kurzfristig noch ein Plätzchen zu ergattern. Mit eigener Skischule liegt es direkt am Lift in HOCHKÖNIGS WINTERWELT. Die hat ihren eigenen Zauber: anständige Pisten und Almen. Kein Chichi – nur Ski. Und da sich ein gutes Skigebiet immer auch über die Anzahl der Hütten definiert, hier die beeindruckende Einkehrformel für Dienten: 37 Lifte, 32 Hütten = ein perfektes Wochenende. Wir stapfen ein Stück abseits der Piste auf das SUNNHÜTTL, essen dort Kasnockn mit Panoramablick, gönnen uns später eine Weißbier-Pause in der Sonne vor der BÜRGLALM. Und hinterher lässt es sich im Hotel (1700 qm Wellnessbereich) hervorragend schwitzen. In der Teufelssauna zum Beispiel, bei 90 Grad mit Fenster zum Berg – während Kindermädchen Kati auf unsere zwei Buben aufpasst, die wir zuvor nur unter Protest aus dem heißen Freischwimmbecken ziehen konnten. Nach einem Heubad wollten wir eigentlich nur noch ins Bett, hätten die Kinder nicht nach Action gerufen. Gut so, denn: Die urige Hütte vom GRÜNEGGBAUER mit seinem selbst gebrannten VOGELBEERSCHNAPS ist Weltklasse. Finden wir. Die anschließende Fahrt auf der 1,5 Kilometer langen RODELBAHN, die jeden Abend vom Bauer präpariert wird, ist es auch. Finden die Kinder. Bleibt nur ein Problem: David will am Sonntag nicht nach Hause. Gejaule, Gezeter. »Denk an die Leute auf der Alm da droben«, drohen wir. »Denk an die alte Geschichte! Die waren auch mit nix zufrieden, so wie du – bis die große Flut kam.« – »Na und«, zischt David zurück, »dann versinkt München auch endlich mal in Eis und Schnee.«ANREISE Dienten am Hochkönig liegt zwischen Saalfelden und Bischofshofen, Salzburger Land. WOHNEN Hotel Übergossene Alm, Sonnberg 54, A-5652 Dienten, Tel. 0043/6461/230-0, www.uebergossenealm.at, DZ Wintersaison ab 128 Euro p. P. inkl. Halbpension. SKIPASS 1 Tag/36 Euro, Kinder ab Jahrgang 2001 frei. ESSEN & TRINKEN Sunnhüttl, zu Fuß fünf Minuten von der Bergstation Dacheggbahn; Bürglalm, www.buerglalm.at, neben Wastlhöhlift. RODELBAHN Ab Jausensation Grünegg, Schattberg 34, A-5652 Dienten, Tel. 0043/ 6461/306, www.gruenegg.at. EINKAUFEN Vogelbeerschnaps, 0,5 Liter, 41 Euro.

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