Billig, unnatürlich, bäh: Plastik hat einen schlechten Ruf. Aber ich kann es nicht ändern, ich mag Plastik. Ich bin ein Kind der Siebzigerjahre, aufgewachsen mit Kunststoffspielzeug, ich liebte Playmobil, mein Zimmer war voll damit. Wenn ich Plastik sehe, fühle ich mich bis heute zu Hause, aufgehoben, geborgen. Bei einem Stuhl wie dem gelben Modell ganz unten auf dieser Seite denke ich sofort an die rote Playmobil-Parkbank, auf der bei mir immer das Männchen mit dem grünen Jägerhut saß: die gleichen weichen Formen, die gleiche sanft gebogene Sitzfläche. Und geht es bei guter Gestaltung nicht genau darum: einen Rahmen zu schaffen, der persönliche Assoziationsräume öffnet? Reize zu erzeugen, die die Gegenwart mit dem eigenen Erleben verknüpfen? Ich glaube schon. Und noch etwas glaube ich: Ich muss dringend im Spielwarengeschäft schauen, ob es einen neuen Playmobil-Katalog gibt.

Kunterbunt: »Basket Table« aus der Kollektion »Caribe« von Sebastian Herkner für Ames. connox.de

Zeit ist gelb: Sessel »IMBA« von Frederica Capitani. moroso.it

Guten Flug: Schaukel »Belancoire Coquelicot« von KSL Living. homify.de

Strandgut: Runde Gartensessel »Copacabana«. maisondumonde.de

Schwungvoll: Stuhl »Sunlight« von Verner Panton. vitra.com

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