Sagen Sie jetzt nichts, Caren Miosga

Die Nachrichtensprecherin verrät ihre Meinung über das Studio-Design der Konkurrenz, die Attraktivität ihrer Kollegen und die politische Gesamtsituation.


    Name:
    Caren Miosga
    Geboren: 11. April 1969 in Peine
    Beruf: TV-Moderatorin
    Ausbildung: Studium der Geschichte und Slawistik in Hamburg
    Status: Das Mädchen für alle

    Seit fünf Jahren begleitet uns Caren Miosga als Tagesthemen-Moderatorin mit einer mädchenhaften Nonchalance spätabends ins Bett. Auf manche wirkt sie wegen ihrer wuscheligen Frisur wie »frisch geduscht« (Berliner Zeitung), andere sind froh, dass »sie sich nicht eigens eine kompliziert zerzauste Fönhaube wie etwa Sabine Christiansen« (FAZ) zugelegt hat. Ein Kollege der Tageszeitung ist verliebt in ihren Leberfleck: »Er sitzt am Hals, in der kleinen Mulde unterhalb des Kehlkopfes«, und alle zusammen finden Miosga mindestens »sympathisch«, öfter fällt das Wort »süß«. Draußen versinkt die Welt im Chaos: Verfassungsschützer schreddern Akten, Bürgerkrieg in Syrien, der Euro steht vor dem Kollaps – aber wir beschäftigen uns lieber mit Miosgas Mimik: »Sie kann die Nase hin- und herziehen und sie dabei ein wenig kräuseln, so wie es Kaninchen manchmal tun.« (Berliner Zeitung) Es gibt schlicht kein Interview mit ihr, in dem sie nicht auf ihre Frisur, ihr Augenbrauen-Lupfen oder irgendein anderes Merkmal ihres äußeren Erscheinungsbildes angesprochen wird. Wie das sein kann? Es gibt dafür nur eine Erklärung: Caren Miosga macht ihren eigentlichen Job (das Moderieren der traditionsreichsten deutschen Nachrichtensendung) so gut, dass es daran kaum etwas zu mäkeln gibt.

    Fotos: Tibor Bozi

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