Sagen Sie jetzt nichts, Ingo Zamperoni

Der Moderator Ingo Zamperoni über seine italienische Herkunft, seinen Vollbart und das, was ihn an der ARD nervt.

    INGO ZAMPERONI

    Geboren: 3. Mai 1974 in Wiesbaden
    Beruf: Moderator, Journalist
    Ausbildung: Amerikanistik-, Jura- und Geschichtsstudium in Konstanz, Berlin, Boston; Volontariat beim NDR
    Status: Im Umzugsstress

    Natürlich war es unangenehm, wenn sich Tom Buhrow mal wieder eine Erkältung eingefangen hatte – aber halt nur für ihn. Wir Fernsehzuschauer fanden es gar nicht so schlimm, manchmal haben wir uns sogar heimlich gefreut, weil immer dann Ingo Zamperoni die Tagesthemen moderieren durfte. Man hört diesem Mann einfach gern zu, weil er alles auf einmal ist, seriös und sympathisch, charmant, aber nie zu laut und sehr gut dosiert eben auch: emotional. Während der Halbzeit des EM-Spiels Deutschland–Italien verabschiedete er sich mit dem italienisch gesprochenen Satz, der Bessere möge gewinnen – eigentlich eine Aussage, der niemand widersprechen kann. Trotzdem interpretierten Millionen deutscher Fußballfans das Lächeln des
    Halbitalieners als unterschwellige Sympathie für die gegnerische Mannschaft. Und schon wurde heftig über die Loyalität von »Einwandererkindern« diskutiert, und Zamperoni hatte alle neun Höllenkreise der Talkshow-Rechtfertigung zu durchschreiten. Vergessen, vorbei, verziehen. Jetzt geht er erst mal nach Amerika, als Korrespondent für das ARD-Studio Washington. Wie gut, dass es nicht so aussieht, als würden die Nachrichten von dort jemals ausbleiben.

    Fotos: Axel Martens

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