Sagen Sie jetzt nichts, Linda Zervakis

Linda Zervakis im Interview ohne Worte über weibliche Attraktivität, Ingo Zamperoni und die Arbeit im Kiosk ihrer Eltern.

    Geboren 1975 in Hamburg
    Beruf Moderatorin und Journalistin
    Ausbildung Abitur und Volontariat
    Status Griechische Göttin der Information

    Sie war die erste Tagesschau-Sprecherin mit Migrationshintergrund, und dass einem das kaum noch einfällt, ist doch irgendwie schön: Linda Zervakis, Tochter griechischer Gastarbeiter, aufgewachsen in Hamburg, wo sie nach dem Tod ihres Vaters im familieneigenen Kiosk mithelfen musste – bis sie knapp dreißig war. Und obwohl die politische Lage in Deutschland und dem Rest der Welt so verworren und dramatisch ist wie lange nicht, kann sie gerade ein bisschen aufatmen: endlich keine Fragen zum deutsch-griechischen Verhältnis, endlich keine Witze in der Kantine mehr, endlich nicht mehr möglichst sachlich und ungerührt über einen gewissen Varoufakis und irgendwelche Milliardenbeträge berichten. Zu unseren Fotoaufnahmen erscheint sie mit Zopf – eine kleine Veränderung nur, aber mit großer Wirkung: Sie ist kaum wiederzuerkennen, im Fernsehen trägt sie ihre Haare grundsätzlich offen. Für die Fotos löst sie ihn dann auch, überlegt kurz, ob sie die Turnschuhe anlassen soll, entscheidet sich dafür und hangelt sich temperamentvoll von der ersten bis zur letzten Frage. Gerade hat sie ausnahmsweise nicht gesprochen, sondern geschrieben: Königin der bunten Tüte heißt ihr Buch, Erinnerungen an die lustige, spannende, schwierige Zeit im Kiosk ihres Vaters.

    Fotos: Axel Martens

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