Sich treiben lassen

Im Hotel »Atlantic« an der Kieler Förde sind Uhren überflüssig. Hier bestimmen Schiffe die Zeit, zum Beispiel wenn die Fähre nach Oslo ablegt oder die »Hansekogge« vorbeisegelt. Ein Urlaub am Hafen.

Kiel hat keinen Flughafen, ist aber eine der wenigen Städte, in der man am Bahnhof in ein Schiff umsteigen kann. In etwas mehr als einer Stunde kann man so zum herrlichen Badeort Laboe fahren.

Foto: Hotel

Spätestens am dritten Tag braucht man keine Uhr mehr. Denn in diesem Hotel strukturiert etwas viel Schöneres den Tag: die Schiffe auf der Kieler Förde, einem Zipfel Ostsee, der mitten in die Stadt ragt. Direkt am Bahnhof, und damit direkt am Wasser, liegt das »Hotel Atlantic«, superzentral, superchic, die Zimmer groß und hell. Weil das Haus quasi nur aus Fenstern besteht, hat man beste Sicht auf die Förde. Und dort herrscht so reger Betrieb, dass man als Gast im »Atlantic« seinen Tag nach dem Fahrplan der Schiffe richten kann. Aufstehen um zehn nach acht, wenn das erste Schiff der Fördefährlinie F1 ablegt. Wenn man sich beeilt und um 8.40 Uhr beim Frühstück ist, kann man nicht nur Fisch essen, der geradewegs aus der Ostsee kommt, sondern sieht auch das ankommende Schiff aus der Gegenrichtung. Später dann: Ah, die Fähre nach Oslo ist abgefahren, Zeit für einen Espresso, es ist nun genau 14 Uhr. Wenn samstags die Fähre nach Göteborg vorbeigekommen ist, muss es 17.45 Uhr sein, da öffnet gleich die Bar »Deck 8« auf der Dachterrasse, wo man mit einem hervorragenden Drink in der Hand allerlei Schiffen hinterherwinken kann. Hat das letzte Fährschiff an der Bahnhofsbrücke angelegt, weiß man: Es ist kurz vor neun. Auf der Website der Kieler Nachrichten wird in Echtzeit angezeigt, wie die Schiffe heißen, die hier gerade unterwegs sind: Sie tragen Namen wie »Hansekogge«, »Color Fantasy« oder »Freya«. Im Zug nach Hause erscheint einem der Blick auf die Uhr seltsam banal.

Atlantic Hotel Kiel
Raiffeisenstraße 2, 24103 Kiel
Tel. 0431/3 74 99-0
DZ mit Blick auf die Förde ab 159 Euro.

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