Unser Essverhalten ist von Ritualen geprägt. Ich habe zum Beispiel jahrelang Brezen geliebt – zwei Stück, dick mit Butter bestrichen, täglich um 9 Uhr 30 nach dem Einkauf. Die ständige Wiederholung kleiner, angenehmer Ereignisse gibt unserem Leben Struktur und Sicherheit. So besteht das durchschnittliche Repertoire einer deutschen Familie, das an mindestens sechs von sieben Tagen gekocht wird, aus nur fünf Rezepten! Auf dem Weg zur Bikinifigur geht es also nicht darum, viele neue kreative Rezeptvorschläge zu finden. Wenn Sie ein einziges ungünstiges Ritual durch ein besseres ersetzen, ändert sich schon das ganze Leben. Allerdings sind unsere Essensrituale extrem hartnäckig. Um Ernährungsgewohn-heiten zu ändern, sind folgende Überlegungen Erfolg versprechend:Schritt 1 Erkennen Sie Ihre Ernährungsgewohnheiten und überlegen Sie, ob diese heute wirklich noch notwendig sind, um die Realität zu bewältigen. Wenn Sie ein spannendes Fußballspiel im Fernsehen nur durch unmäßigen Verzehr von Bratwürsten mit Sauerkraut kompensieren können, gehen Sie lieber ins Stadion und machen Sie sich zuvor eine Gemüsepfanne.Schritt 2 Versuchen Sie, positive neue Ernährungsrituale zu erfinden. Auch ungewöhnliche Ideen können helfen: »Ich schenke die Schokolade meiner besten Freundin und falte aus dem Einwickelpapier einen Origami-Elefanten.« Bastelanleitung unter: www.origami.com.Schritt 3 Setzen Sie Ihre beste Idee in die Tat um. Überfordern Sie sich nicht – »Ich esse nur noch rohes Gemüse statt Weißmehl, Zucker und Nudeln« wird nicht funktionieren. Üben Sie eine Weile möglichst streng, bevor Sie sporadische »Butterbrezen« wieder zulassen.Das asiatische Nudelsuppen-FrühstückMeine Methode, die Butterbrezen-Fixierung zu durchbrechen, war das Nudelsuppen-Frühstück. Sehr lecker – auf die Dauer aber zu aufwändig. Die paar Wochen, die ich es durchgehalten habe, waren jedoch genug, um die alte Gewohnheit aufzugeben. Für eine Schüssel Suppe 50 g TK-Blattspinat auftauen, ausdrücken, grob schneiden – wenn es eilig ist, einfach gefroren in die Brühe werfen. 300 ml Brühe zum Kochen bringen, ca. 60 g asiatische Instantnudeln (oder andere Nudeln) in der Brühe kochen. Während die Nudeln kochen, möglichst schnell 2 cm Ingwer schälen, reiben oder fein hacken, 1/2 getrocknete Chilischote zerbröseln, 1/2 Limette auspressen, eventuell 1 Tomate würfeln. Alles zusammen mit dem Spinat in die Suppe geben. Mit Fisch- oder Sojasauce abschmecken und in einer Müslischüssel mit Löffel und Stäbchen servieren – obendrauf etwas frischer Koriander wäre toll. Die Suppe soll scharf-sauer-würzig sein, dann wirkt sie anregend wie ein Bad im Gebirgsbach.

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