Bitte hecheln!

Eigentlich ist er Illustrator, doch im Nebenjob setzt Samuel Jurčić gern seinen Hund Lal in Szene – humorvoll, innig und oft als Reaktion auf das Weltgeschehen. Im Interview verrät der Fotograf, wie er es schafft, dass Lal so still hält.

Samuel Jurčić, wie ist es, jahrelang das gleiche Modell zu fotografieren?
SZ-Magazin: Wir sind ein sehr gutes Team. Ich bin aber manchmal ein bisschen neidisch auf Lal. Bei uns ist es ungefähr so wie bei einer Band: Der hübsche Sänger bekommt alle Mädchen und der Bassist, der eigentlich die Songs schreibt, wird kaum wahrgenommen.

Sie haben mal ein Video vom Entstehungsprozess einer Ihrer Arbeiten hochgeladen. Wie bekommt man einen Hund dazu, dass er so still hält?
Lal ist ein Jagdhund, das sind dienliche Hunde, sehr gehorsam und sehr brav. Normalerweise ist er sehr lebendig, er springt an Leuten hoch und rennt durch die Gegend. Wenn wir Bilder machen, ist er ganz ruhig und aufmerksam. Es liegt in seiner Natur, dass er auf sein Herrchen hört.

Viele Bilder sehen nach Photoshop aus. Wie viele Fotos in dieser Serie für das SZ-Magazin sind Fotomontagen?
Gar keins. Natürlich bereite ich meine Bilder digital auf, passe die Farben an und so weiter. Aber ich mache zu 99,9 Prozent keine Fotomontagen. Ich setze Lal die Perücken und Kostüme immer in Wirklichkeit auf.

Was ist Ihnen bei Ihren Fotos wichtig?
Mir ist wichtig, dass die Bilder ästhetisch und gleichzeitig humorvoll sind. Ich arbeite auch als Bildhauer, da habe ich oft mit schwermütigen Themen zu tun. Bei der Hundefotografie muss ich gut gelaunt sein. Wenn es mir schlecht geht, mache ich wenig Bilder von Lal, wenn es mir gut geht, produziere ich wie blöd und könnte mehrere Bilder am Tag raushauen.

Manche Bilder zeigen ihren Hund verkleidet als Donald Trump oder Hillary Clinton. Sind Sie ein politischer Mensch?
Ich lese sehr viel Zeitung. Das, was mich aufgeregt oder begeistert, das inspiriert mich gleichzeitig. Solche Dinge verarbeite ich in meinen Bildern. Deshalb kann es sein, dass Lal, wenn ich mich gerade über Trump aufrege, beim nächsten Shooting eine Trump-Frisur bekommt. Für mich sind die Bilder eine Chance, um ein Statement zu geben, da ich damit auf Instagram viele Leute erreiche.

Warum veröffentlichen Sie Ihre Arbeiten nur auf Instagram?
Ich will irgendwann mal ein Buch mit Lal machen. Für mich ist Instagram derzeit die perfekte Plattform, weil sie ausschließlich visuell ist und ich ein sehr visueller Typ bin. Außerdem erreicht man darüber heutzutage mit Fotografie die meisten Menschen.

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