Gemälde aus Stahl

Wir stellen Ihnen junge, talentierte Fotografen vor. Diesmal: Benjamin Monn, der Architektur fotografiert, um Menschen zu verwirren.

    Name: Benjamin Antony Monn
    Jahrgang: 1978
    Ausbildung: Art in Action Studio, München
    Kontakt: www.benjaminmonn.com

    Herr Monn, Sie sind Architekturfotograf ...
    ... ich fotografiere auch Reportagen und Porträts, vor kurzem etwa fünf Monate lang Maharadschapaläste in Indien, aber ja, Architektur und Interieur sind mein Hauptaugenmerk. Angefangen hat es mit einer Aufnahme in der Pinakothek der Moderne in München, mit einem Schnappschuss einer abstrakten Deckenkonstruktion, daraus ist die Werkgruppe "Candela", die ich hier zeige, entstanden.

    Warum fotografieren Sie die Gebäude menschenleer, also ohne Besucher?
    Es gibt einige wenige Bilder mit Menschen darauf, etwa vom Guggenheim Museum, wo es nicht zu vermeiden war. Aber ich finde, dass Menschen auf diesen Aufnahmen stören würden, die Formen stören. Ich finde es interessant, wenn die Aufnahmen wirken, als wären sie gemalt, wenn Leute nicht wissen: Ist das jetzt ein Gemälde oder ein Gebäude? Die Überraschung, die Frage: Wie kann das sein?

    Warum begrenzen Sie Ihre Arbeit auf moderne Architektur?
    Ich fotografiere zu 90 Prozent moderne Architektur, eine Ausnahme war etwa die Glyptothek in München, die ich an sich nicht so spannend fand, aber in der Decke konnte ich mit der Kamera eine spannende Montagetechnik herausfiltern. Moderne Architekten liegen mir mehr, sie bauen abstrakter und verwenden neuartige Materialien. Etwa die Treppenspirale der Technischen Universität in Cottbus, obwohl es ja eine Bibliothek ist, hat das Architekturbüro Herzog & de Meuron knallige, bunte Neonfarben verwendet. Die Wendeltreppe wirkt auf meinem Bild beinahe wie konstruktivistische Malerei.