Mögen Sie Ironie, Dunja Hayali?

Die Moderatorin Dunja Hayali im Interview ohne Worte über Facebook-Kommentare, Schlechte-Laune-Killer und das ewige Frühaufstehen.

    Geboren: 6. Juni 1974 in Datteln
    Beruf: Journalistin und Moderatorin
    Ausbildung: Studium an der Deutschen Sporthochschule Köln
    Status: Frei nach Schnauze

    Seit sie im Februar bei der Verleihung der Goldenen Kamera ihre Dankesrede hielt, fragen die Leute sie: »Wie war das? Hast du das geplant? Wie hast du dich darauf vorbereitet?« Und Dunja Hayali, Moderatorin des Morgenmagazins im ZDF, sagt jedes Mal, dass sie nicht vorhatte, eine flammende Rede zu halten, als sie auf die Bühne ging. Dass es über sie kam. Es war die Rede zum Dank für den Preis in der Kategorie »Beste Information«. Sie bekam ihn, weil sie wach ist, geradeaus und interessiert. Weil sie Konfrontationen nicht ausweicht, sondern sie sucht. Die Ängste der Leute verstehen möchte, zum Beispiel bei einer AfD-Demo in Erfurt. Was umso bemerkenswerter ist, denn den von diesen Ängsten genährten Fremdenhass bekommt Dunja Hayali, Tochter irakischer Christen, täglich zu spüren: Bedrohungen, Beschimpfungen, auf Facebook, Twitter, sogar beim Einkaufen. »Glaubt eigentlich irgendjemand, dass das irgendwas bringt, dieser ganze Hass?«, fragte sie auf der Bühne in ihrer direkten, emotionalen Art, Funkeln in den Augen. Überhaupt ist Dunja Hayali ein Segen fürs ZDF, sie ist meinungsstark, reichlich tätowiert, eine Motorradfahrerin aus dem Ruhrgebiet, die immer sie selbst bleibt. Im Sommer vertritt sie mit ihrer Sendung Donnerstalk Maybrit Illner.

    Fotos: Tibor Bozi

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