Sagen Sie jetzt nichts, James Blunt

Ein Interview, in dem der Popstar nichts sagt und doch alles verrät: über Traumhochzeiten, Schmusesongs und echte Männer.

    Name: James Hillier Blunt
    Geboren: 22. Februar 1974 in Tidworth, Wiltshire, England
    Beruf: Musiker
    Ausbildung: Studium der Soziologie in Bristol, Stipendiat der British Army
    Status: Make love, not war

    1999: Im Kosovo herrscht Krieg. James Hillier Blount führt als Offizier eine britische Aufklärungseinheit an. Seine Truppe ist die Speerspitze der NATO an der Grenze zwischen der Bundesrepublik Jugoslawien und Mazedonien. Feindliches Gebiet. Tägliche Schusswechsel mit serbischen Kämpfern. Unruhige Zeiten. In ruhigen Minuten sitzt Blount in seinem Panzer und schreibt Songs. Der Titel No Bravery auf seinem Debüt-Album Back to Bedlam ist so entstanden. Manchmal packt er abends auch seine Gitarre aus und singt für seine Kameraden. Mehr als zehn Jahre später gilt James Blunt (er hat das »o« in seinem Nachnamen inzwischen gestrichen) als Kuschelrocker, als Pop-Softie, als der nette Junge mit der Gitarre. Er singt über vergebene und verflossene Liebesmüh, Kritiker werfen ihm die Herz-Schmerz-Nummer vor, doch Blunt interessiert das nicht. »Ich muss niemandem etwas beweisen«, sagt er. »Ich habe den Krieg erlebt.« Sein jüngstes Album Some Kind of Trouble steht seit Wochen in den Top Ten der deutschen Charts.

    Fotos: Tibor Bozi

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