Sagen Sie jetzt nichts, Vincent Klink

Der Sternekoch im Interview ohne Worte über Diäten, das Gefühl bei gutem Essen und seine morgendliche Lieblingsbeschäftigung.

    Geboren 29. Januar 1949 in Gießen
    Beruf Sternekoch
    Ausbildung Kochlehre
    Status Schönheitsideal

    Hierarchie nennt er »Verantwortungsrangfolge«, und das sagt viel über Vincent Klink. In seiner Küche ist der, der es besser kann, der Vorgesetzte des weniger Geübten. 1974 hatte der Koch und Buchautor sein eigenes Lokal, den »Postillion« in Schwäbisch Gmünd, seit 1978 mit Stern, später dann die »Wielandshöhe« in Stuttgart-Degerloch, seit 1998 fast durchgängig mit Stern. Klink, jetzt 68, fühlte sich in seiner Ausbildung wie in einem absolutistischen System und hatte »wirklich tagtäglich Angst«, so sagt er es in einem Interview. Sein Küchenchef in München nannte die jungen Köche, wenn es gut lief, »Scheißhaus«. Sonst: »Stinkendes Scheißhaus«. Klink sagt: »Wenn ich an diese Chefarschlöcher denke, muss ich immer noch mit den Tränen kämpfen.« Für ihn war klar: Er würde als Gleicher unter Gleichen arbeiten. Doch sein Status wuchs, mit dem Alter und dem Körperumfang, meint er, der gern mit seiner Figur kokettiert und sein Restaurant Schönheitsklinik nennt, allerdings im Sinne eines »Instituts zur Baucherweiterung«. Zu seinem Erfolg sagt er, man könne in der Küche wie beim Musizieren nicht schummeln. Er muss es wissen. Er spielte jahrelang Querflöte, häufig mit Stars des Jazz, dann stieg er um auf die Basstrompete. Er findet, dass sie besser zu seiner »barocken Statur« passt.

    Fotos: Axel Martens

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