Was für ein Typ wären Sie gerne, Oliver Kalkofe?

Der Schauspieler und Komiker verrät im Interview ohne Worte, was 25 Jahre Fernsehgeschäft mit ihm gemacht haben, wann er sich selbst besonders lustig findet und wie er Alexander Gauland umarmen würde.

Geboren 12. September 1965 in Engelbostel bei Hannover Beruf Schauspieler und Komiker
Ausbildung
Ausbildung zum Fremdsprachenkorrespondenten, Studium der Publizistik, Germanistik und Anglistik in Münster (abgebrochen)
Status
Ernsthaft komisch

Wenn Oliver Kalkofe sich vor die Kamera stellt, in Frauenkleidern und mit Perücke auf dem Kopf, dann ist das schon Comedy, aber auch ernsthafte Kritik am deutschen Fern­sehen. Fast ein Vierteljahrhundert ist es her – Helmut Kohl sollte noch vier lange Jahre Kanzler bleiben –, dass er mit Kalkofes Mattscheibe auf Sendung ging, um das Schlechteste des Fernsehprogramms so zu präsentieren, dass es über den Umweg der Ironie gut wurde. Kalkofe drückte damit aus, was viele dachten und immer noch denken: Im Fernsehen läuft nur noch Schrott. Er hat einer gesamten Branche den Spiegel vorgehalten und geschafft, was nur ganz wenige hinbekommen: seine Würde in einem unwürdigen Umfeld zu bewahren. »Man kann Humor auch als Waffe benutzen«, hat er mal gesagt. Und es spricht für ihn, dass man das liest und denkt: Na ja, Kalkofe, das kannst du besser. Kalkofe will die Branche reformieren, die sein Auskommen sichert, indem er möglichst unterhaltsam an dem Ast sägt, auf dem er sitzt. »Ich bin ein Parasit des Fern­sehens«, hat er gesagt, »aber wie bei einem Blutegel kann das etwas Heilendes haben.« Gerade präsentiert er mit Peter Rütten die sechste Staffel der Schlechtesten Filme aller Zeiten, jeden Freitag ab 22 Uhr auf Tele 5.

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