Worauf kommt es beim Protestieren an, Jill Stein?

Die Präsidentschaftskandidatin der Green Party Jill Stein im Interview ohne Worte über die Lage in den USA, ihren alten Beruf und die Frage, ob sie Barack Obama vermisst.

Geboren 14. Mai 1950 in Chicago
Beruf Politikerin und Aktivistin
Ausbildung
Medizinstudium in Harvard
Status Yes, she can

Trump gegen Clinton – für viele Amerikaner war die vergangene US-Wahl eine zwischen Pest und Cholera. So sieht es jedenfalls Jill Stein, 2012 und 2016 Präsidentschafts­kandidatin der amerikanischen Grünen. Wieso sonst seien mehr als vierzig Prozent der Wahlberechtigten nicht wählen gegangen? Und das, obwohl das Wahlkampfgetöse unausweichlich war. Stein arbeitete jahrzehntelang als Kinderärztin, dann stieß sie zu den Grünen, weil sie das vermehrte Auftreten verschiedener Entwicklungsstörungen auf Umweltverschmutzung zurückführt. Im Zweiparteiensystem der USA stehen ihre Chancen schlecht, doch Stein will sich nicht damit abfinden, dass es im Land der unbegrenzten Konsummöglichkeiten kaum relevante politische Alternativen gibt. Als sie 2012 versuchte, an einer Fernsehdebatte zwischen Barack Obama und Mitt Romney teilzunehmen, wurde sie verhaftet. Begründung: Sie habe vor dem Sendergebäude den Verkehr blockiert. Ihr Versuch, 2016 die Stimmen in Pennsylvania und Michigan neu auszählen zu lassen, scheiterte. Doch Stein klingt guten Mutes, wenn sie sagt, die Umstellung auf eine grüne Ökonomie in den USA würde alle amerikanischen Kriege obsolet machen. Ihr Appell: »People, planet and peace over profit.«

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