Sofa

    Herr Scobel, wäre es nicht sehr entspannend, Ihre Gäste auf diesem Sofa zu interviewen?
    Für manche Interviews könnte das Sofa schon geeignet sein. Man könnte dann während des Gesprächs immer näher an den Gast heranrobben. Allerdings kann es passieren, dass sich die Kameras, die um das Sofa aufgestellt sind, gegenseitig im Weg sind.
    Also doch ein Sofa fürs Wohnzimmer?
    Ja, für die Sendung Kulturzeit eignet es sich nicht so gut. Besser ist ein halbrundes Sofa, wie wir es beim zehnjährigen Jubiläum der Sendung hatten. Das macht es für die Kameraleute einfacher und auch für den Moderator.
    Stimmt die Gleichung: weicher Sitz = lasches Interview?
    Da ist was dran. Das Problem zum Beispiel bei einem Sessel ist, dass man sich sehr weit nach hinten lehnt – bis der Bauchnabel höher liegt als die Brust. Die Spannung im Körper geht verloren und es kann passieren, dass das Gespräch zu seicht wird. Ich habe lange Zeit Karate gemacht, ich weiß, wie wichtig Körperspannung ist. Außerdem schafft Zurücklehnen Distanz. Das ist schlecht, weil gerade im Interview die Körpersprache eine große Rolle spielt. Gert Scobel moderiert bei 3sat die Magazine »Kulturzeit« und »Delta«. Links: SOFA »6900« von Rolf Benz, ab 2000 Euro.

    Artikel teilen: