Sagen Sie jetzt nichts, Brian Molko

Der Sänger Brian Molko über Drogen, Botox und Bisexualität.

    BRIAN MOLKO

    Geboren: 10. Dezember 1972
    Beruf: Musiker
    Ausbildung: Schauspielschule in London
    Status: Rezeptfrei

    Die Eltern von Brian Molko sind gescheitert: Obwohl sie ihren Sohn über Jahre hinweg wöchentlich zum Erziehungsgespräch bei einem Priester schickten, wurde Brian kein guter Christ. Stattdessen gab er als Sänger von Placebo dem Rock ’n’ Roll zurück, was seit der Gentlemanwerdung David Bowies fehlte: einen Mann, der mit Augen-Make-up umgehen kann und weiß, welche Frisur zu seinen hohen Wangenknochen passt. Dass er Sex mit Männern genauso gut findet wie mit Frauen und gern Drogen nimmt, sagte Molko beim Erscheinen der ersten Placebo-Alben in den späten Neunzigerjahren ziemlich laut und oft. Und sang Textzeilen wie »I was never loyal, except to my own pleasure zone«. Endlich mal wieder ein wilder Typ, der trotzdem kein Macho-Depp ist! Die Fans feiern ihn dafür bis heute. Zu seinem 40. Geburtstag haben sie ihm ein Glückwunsch-Video gebastelt mit 2000 Einsendungen aus 56 Ländern. Und auch wenn er kein Christ geworden ist, ein bisschen moralapostelig ist er schon: Auf dem neuen Placebo-Album Loud Like Love singt Molko unter anderem gegen Facebook an. In den nächsten Tagen ist die Band live in mehreren deutschen Städten zu sehen.

    Fotos: Alfred Steffen

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