Sagen Sie jetzt nichts, Idil Üner

Die Schauspielerin über ihre Berliner Schnauze, Kopfstände und Fatih Akins Bollywood-Karriere.

    Idil Üner

    Geboren: 1. August 1971 in Berlin
    Beruf: Schauspielerin, Sängerin, Regisseurin
    Ausbildung: Hochschule der Künste in Berlin
    Status: Wirbelwind aus südöstlicher Richtung

    Jahrelang haben Journalisten nicht aufgehört zu schreiben, dass Idil Üner in Kreuzberg aufgewachsen sei, dabei hat sie dort nie gelebt. Sie verbrachte ihre Kindheit und Jugend in Steglitz, einem kleinbürgerlichen Bezirk im Südwesten Berlins, sehr deutsch, Türkenanteil: 3,4 Prozent. »Religion und Tradition«, das hat sie immer wieder betont, »haben in meiner Familie keine Rolle gespielt.« Liberal, intellektuell, so sei sie groß geworden. Zum Beispiel habe sie sich früh zu französischen Chansons hingezogen gefühlt, was nichts daran änderte, dass sie am Ende halt doch türkische Lieder vor einer Moschee in Istanbul sang - in Fatih Akins Gegen die Wand (2004). Immer wieder hat sie in den Filmen der deutsch-türkischen Regisseure Fatih Akin und Thomas Arslan gespielt, zum Beispiel in Dealer (1999) oder Im Juli (2000). Einmal - in Die Welt ist nicht genug aus dem Jahr 1999 - hätte sie um ein Haar James Bond, damals noch Pierce Brosnan, küssen und verfolgen dürfen, am Ende entschied man sich für Sophie Marceau. Für Üner war das kein Problem. »Ich bin nicht hauptrollengeil«, hat sie mal gesagt. Im Moment spielt sie trotzdem wieder eine: In der neuen Familienserie Sibel & Max (samstags, 19.25 Uhr, ZDF) wird sie als alleinerziehende Ärztin mit 39 zur Oma.

    Fotos: Alfred Steffen