Sagen Sie jetzt nichts, Wladimir Kaminer

Der Autor Wladimir Kaminer über Putin, Prenzlauer Berg und schwule Sportler in Sotschi

    WLADIMIR KAMINER

    Geboren: 19. Juli 1967 in Moskau 
    Beruf: Schriftsteller
    Ausbildung: Lehre zum Toningenieur; Dramaturgie-Studium am Moskauer Theaterinstitut
    Status: Der Mann, der aus der Kälte kam

    »Privat«, sagt er, »bin ich Russe, beruflich bin ich deutscher Schriftsteller.« Das trifft es ziemlich gut, weil Wladimir Kaminer – wohnhaft in Berlin-Prenzlauer Berg – schon seit zwanzig Jahren deutscher Staatsbürger ist, aber immer noch gern seine russische Seele herzeigt, wenn er darum gebeten wird. Inzwischen hat er fast drei Millionen Bücher verkauft, die immer lustig und boshaft zugleich und am Ende versöhnlich sind. Vier Jahre ist es her, da sorgte er für heftigen Wirbel, als er die gewaltsame Niederschlagung einer nicht genehmigten Schwulendemonstration durch russische Polizisten im deutschen Fernsehen kommentierte. »Die Russen sind nicht schwulenfeindlich«, sagte er damals, »sie sind schwulenfreundlich, sie zeigen es nur nicht.« In den Tagen danach war die Aufregung groß, weil niemand so recht wusste, ob er das ernst oder ironisch gemeint hatte. Um das herauszufinden, haben wir ihm jetzt, zu Beginn der Olympischen Winterspiele in Sotschi, ein paar Fragen zu seiner Heimat gestellt. Kaminers aktuelles Buch heißt Diesseits von Eden: Neues aus dem Garten. Gerade ist er damit auf Lesetour, zum Beispiel am 12. Februar im Münchner Volkstheater.

    Fotos: Heinz Augé